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Diamantene Hochzeit : „Wir haben uns angeguckt und die Liebe schlug ein“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Anni und Erwin Kuhr aus Krakow am See begingen gestern ihre Diamantene Hochzeit

Anni (83) und Erwin Kuhr (83), die im Betreuten Wohnen der Volkssolidarität am Rahmannsmoor in Krakow am See zu Hause sind, sagten vor 60 Jahren, am 27. August 1954, „Ja“ zueinander. Ihre Diamantene Hochzeit feierten sie gestern mit den Bewohnern im Haus. Am Wochenende werden dann die vier Kinder mit Partnern, elf Enkel und sechs Urenkel anreisen. „Dann feiern wir drei Tage“, freuen sich die diamantenen Jubilare.

Daran sieht man, dass Anni und Erwin Kuhr die Familie am Herzen liegt. Sie selbst kommen aus Familien mit vier bzw. sieben Kindern und so freuen sie sich, an ihrem 60. Hochzeitstag alle um sich zu haben. Dafür haben sie in den vergangenen Jahren gespart. Sparsam mussten Anni und Erwin Kuhr schon immer leben. Beide als Flüchtlinge nach Mecklenburg gekommen, war es nicht viel, was sie ihr Eigen nennen konnten. „Wir hatten beide nichts, haben aber die Natur genossen“, erinnert sich die diamantene Braut an die ersten Jahre. Viel wichtiger war ihnen aber die Liebe zueinander. Kennengelernt hatten sie sich in Neu Rachow bei Teterow beim Tanz. „Wir haben uns angeguckt und die Liebe schlug ein“, sagen sie. Dieses Gefühl sei bis heute geblieben.

Drei Jahre waren sie damals verlobt und mussten warten, bis die älteren Geschwister unter der Haube waren. Inzwischen waren Annis Eltern nach Güstrow gezogen und sie arbeitete als Verkäuferin. An die Trauung im Güstrower Dom erinnern sich beide gern. „Wir hatten ja nicht viel, aber es war alles mit Kerzen festlich geschmückt. Es war so schön“, schwärmt Anni Kuhr noch heute. Mit Hilfe getauschter Lebensmittelkarten konnte dann mit der großen Familie gefeiert werden.

Auch die Jahre danach waren für den gelernten Müller und die Verkäuferin nicht leicht. „Als das zweite Kind unterwegs war, hatten wir noch immer keine eigene Wohnung, sondern wohnten bei den Eltern in einem Zimmer“, erzählt Anni Kuhr. Darum kauften sie sich einen Bauernhof mit Garten in Prüzen und arbeiteten in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Die meiste Zeit aber verbrachte die Familie ab 1966 in Kuchelmiß. „40 Jahre wohnten wir dort und hatten einen großen Garten, in dem im Sommer immer die Enkel zelteten“, erinnert sich das Paar gern.

Ein Rezept für ihre gute Ehe haben die beiden nicht. „Aber vielleicht ist es dieses Gefühl, sich zu lieben“, sagt Anni Kuhr. Vielleicht war es aber auch so mancher Blumenstrauß, den ihr Erwin mit nach Hause brachte. „Auf jeden Fall, haben wir uns alles gemeinsam aufgebaut. Das schweißt zusammen“, sind sie sicher.


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