Theater 2014 : „Wir haben einen Ruf zu verteidigen“

Ein kleines, aber effektives Team:  Sylke Kallweit betreut die Theaterkasse, Cornelia Ritter  macht das Marketing und Steffen Goitsche (v.l.)  ist nicht nur Techniker, sondern „Mädchen für alles“ im Theater. Geleitet wird das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow seit 1996 von Kersten Klevenow (r.).
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Ein kleines, aber effektives Team: Sylke Kallweit betreut die Theaterkasse, Cornelia Ritter macht das Marketing und Steffen Goitsche (v.l.) ist nicht nur Techniker, sondern „Mädchen für alles“ im Theater. Geleitet wird das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow seit 1996 von Kersten Klevenow (r.).

Kersten Klevenow, Leiterin des Güstrower Barlachtheaters, hat für nächstes Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt

svz.de von
28. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Güstrow ist ein traditioneller Theater-Standort. Und das soll auch so bleiben. Dafür setzt sich Kersten Klevenow ein – und zwar schon seit 1996. Für die 57-jährige Theaterleiterin hat das 1828 von Güstrower Bürgern erbaute Ernst-Barlach-Theater einen ganz klaren Bildungsauftrag. „Diesen Auftrag wollen wir erfüllen. Wir haben einen Ruf zu verteidigen“, sagt Kersten Klevenow. Neben Shows und Unterhaltung setzt sie deshalb im Programm des Theaters auch weiter auf philharmonische Konzerte und anspruchsvolle Theateraufführungen – auch wenn moderne Inszenierungen nicht so viele Besucher anlocken, wie beispielsweise ein plattdeutscher Schwank. Doch auch Liebhaber von Letzterem kommen 2014 nicht zu kurz. Das Programm des Güstrower Theaters für kommendes Jahr steht.


Auch mittlere Generation ins Theater locken


Ein Mix aus beliebten Künstlern, Rockkonzerten, Shows und anspruchsvollen Stücken hat die Theaterleiterin geplant. Zu Gast sind z.B. Captain Cook mit seinen „singenden Saxophonen“, die auf Grund der großen Nachfrage noch ein Zusatzkonzert geben, oder Marlene Jaschke, bekannt aus dem Tivoli-Theater Hamburg. Die Stars der 1960er- und 1970er-Jahre, Chris Andrews, „Sailor“ und die „Bay City Rollers“, kann man am 14. Januar live im Konzert erleben oder im März die ostdeutsche Band „City“. „Wir wollen Theater für alle machen und ganz junge Besucher sowie Senioren ansprechen“, unterstreicht Kersten Klevenow. „Schwer ist es allerdings, die mittlere Generation anzulocken. Deshalb bieten wir auch Rockkonzerte an“, sagt sie.

Besonders beliebt sind die Shows im Theater. „Die sind fast immer ausverkauft“, sagt die Theaterleiterin. Das Publikum ist im Februar und März zu Showveranstaltungen wie der Irish Dance Show und der Travestieshow eingeladen. Aufgeführt werden aber auch Theaterstücke von Thomas Bernhard, Shakespeare und von Henrik Ibsen.

Ein umfangreiches und pädagogisch wertvolles Angebot gibt es wie immer für Kinder und Jugendliche. „Hier wird unser Bildungsauftrag greifbar. Rund 40 Prozent unserer Besucher sind Kinder und Jugendliche. Das nimmt in unserer Planung einen großen Stellenwert ein. 2013 hatten wir allein 36 Veranstaltungen für diese Besuchergruppe“, sagt Kersten Klevenow. Der Güstrower Theaterförderverein schickt zudem seit einiger Zeit Busse über das Land, um junge Zuschauer zu Schüler-Konzerten ins Theater zu bringen. Insbesondere an Sonntagnachmittagen können die Kinder „Max und Moritz“, „Dornröschen“ und „Das kalte Herz“ als Schauspiele erleben oder als Puppentheater „Das hässliche Entlein“, „Drei Freunde spielen verrückt“ und „Das Geheimnis der Orgel“. Auch ein Konzert für Kinder mit der Neubrandenburger Philharmonie steht wieder auf dem Spielplan. Am 29. Januar um 10 Uhr gibt es für Kitas und Grundschulen das Konzert „Der Elefantenpups“. Die Kinder erleben nicht nur eine spannende Geschichte, sondern lernen auch Instrumente kennen und wie man mit Musik Gefühle ausdrückt.

Für die Schüler der Mittelstufe wird am 29. April Ulrich Hubs Kinderstück „An der Arche um Acht“ aufgeführt. Ein Angebot nicht nur für Jugendliche ist die Aufführung von Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ als Gastspiel des Theaters aus Neustrelitz am 20. Februar. Das Güstrower Theater baut seit Jahren auf die Kooperation mit der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. „Dadurch kommen nicht nur philharmonische Konzerte, sondern Aufführungen aller Sparten auf die Güstrower Bühne. Aber auch das Landestheater Parchim und freie Theater sind bei uns vertreten“, sagt Kersten Klevenow.


Nachmittagsprogramme beim Publikum beliebt


Nachmittagsprogramme für Erwachsene bilden ebenfalls einen festen Bestandteil im Theaterprogramm. Nicht nur „Captain Cook“ spielt am Nachmittag auf, sondern es gibt nächstes Jahr noch mehr Unterhaltsames für Erwachsene an den Nachmittagen, so das Beste aus Loriots „dramatischen Werken“ am 19. Februar, „Bauer Korls Musikantenscheune“ oder ein Konzert mit Frank Schöbel am 6. April. Und im Mai präsentiert Peter Wieland Schlager, Hits und Evergreens.

Wie in diesem Jahr rechnet Kersten Klevenow auch für 2014 wieder mit rund 30 000 Besuchern im Barlachtheater. „Unser Haus ist historisch bedeutend, hat einen schönen Orchestergraben und eine gemütliche Ausstrahlung“, ist sie überzeugt. Doch die 365 Plätze muss man erst einmal füllen. „Wir befinden uns in Güstrow nicht in einer theaterfreien Zone“, sagt die Theaterleiterin. Große Häuser wie Rostock oder Schwerin befänden sich in der Nähe. Doch mit dem neuen Programm hofft sie, wieder den Geschmack vieler geneigter Theaterbesucher zu treffen.



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