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Domgemeinderat Güstrow verteidigt geplantes Gemeindezentrum : "Wir haben ein gutes Gewissen"

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Nach der massiven Kritik an ihrem neuen Gemeindezentrum geht die evangelisch-lutherische Domgemeinde Güstrow jetzt in die Offensive. Man verteidigt den geplanten Neubau eines Gemeindesaals mit 180 Plätzen.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 11:09 Uhr

Güstrow | Nach der massiven Kritik an ihrem neuen Gemeindezentrum am Domplatz 6 geht die evangelisch-lutherische Domgemeinde Güstrow jetzt in die Offensive. Matthias Fischer, 1. Vorsitzender des Domgemeinderates, verteidigt den im Garten des Grundstückes geplanten Neubau eines Gemeindesaals mit 180 Plätzen. "Wir nehmen die Kritik ernst, haben uns selbst immer wieder hinterfragt, am Ende aber eine klare Entscheidung für den Standort Domplatz 6 getroffen", sagt Fischer. "Das Projekt überzeugt uns. Es passt sich schön und sensibel den Gegebenheiten an." Die Kritiker sind anderer Meinung. Sie befürchten durch den Neubau eines Gemeindesaals die Zerstörung des historischen Gartens an der Stadtmauer im Herzen Güstrows. Das Vorhaben wird gar als "Frevel" bezeichnet. Die SVZ hatte die Diskussion angestoßen, nachdem sich zahlreiche Leser gegenüber unserer Zeitung gegen das Neubau-Projekt ausgesprochen hatten.

Mehr Platz für offenes Gemeindeleben schaffen

Für knapp 800 000 Euro will die Domgemeinde die ehemalige Landessuperintendentur am Domplatz 6 zu einem neuen Gemeindezentrum umbauen. Die Baugenehmigung ist beantragt. Bereits am 10. Mai soll Baubeginn sein. Kernstück des Projektes ist der neue Gemeindesaal im Garten, um in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom mehr Platz für ein offenes Gemeindeleben zu schaffen, so Matthias Fischer. Neben der Kirchenmusik soll hier zukünftig auch die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, unter anderem mit einem Jugendcafé, an einem Ort konzentriert werden. Die Domgemeinde will hier zudem Glaubenskurse veranstalten sowie Begegnungsmöglichkeiten für Senioren schaffen. "Der Domgemeinde und letztendlich auch der Stadt tut die Umsetzung dieses Projektes gut", ist Fischer überzeugt.

Für den Domgemeinderat ist der Standort die bestmögliche Wahl für das neue Gemeindezentrum. Fischer nennt die für ihn wesentlichen Vorteile: "Von dem Neubau sind insgesamt nur 20 Prozent der jetzigen Gartenfläche berührt. Zugleich wird durch den Bau des Gemeindezentrums künftig der schöne Garten an der Stadtmauer für Mitglieder und Gäste der Domgemeinde und damit für die Öffentlichkeit erstmals zugänglich." Sieben Standorte seien für das neue Gemeindezentrum von der Domgemeinde geprüft worden, so Fischer, unter anderem auch das Grundstück am Domplatz 12/13. Doch außer dem Domplatz 6 seien letztendlich alle anderen nicht geeignet gewesen. Auch der Dom selbst könne nicht als modernes Gemeindezentrum genutzt werden.

Fischer wirft dem Großteil der Kritiker vor, das Projekt überhaupt nicht zu kennen. "Die öffentliche Diskussion hat uns etwas enttäuscht. Wir hätten uns gewünscht, dass die Kritiker uns direkt angesprochen hätten", sagt der Vorsitzende des Domgemeinderates. Er verweist darauf, dass es sich bei dem Garten nicht um ein Naturschutzgebiet handele. "Von der Schanze wird man den Neubau kaum sehen können. Es ist also kein wesentlicher Eingriff in das Stadtbild." "Wir haben ein gutes Gewissen und unsere Entscheidung sorgsam abgewogen und geprüft", sagt Matthias Fischer.

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