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Grenzburg Güstrow : "Wir bauen keinen Campingplatz"

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Ärger am "Burghotel am Inselsee Zur Grenzburg" in Güstrow: Die Untere Naturschutzbehörde hat im Auftrag der Bauverwaltungsbehörde Bauarbeiten auf der Wiese an dem Hotel gestoppt.

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2013 | 11:13 Uhr

Güstrow | Ärger am "Burghotel am Inselsee Zur Grenzburg" in Güstrow: Die Untere Naturschutzbehörde hat im Auftrag der Bauverwaltungsbehörde Bauarbeiten auf der Wiese an dem Hotel gestoppt und ein Anhörungsverfahren in Gang gesetzt. "Wir haben den Eigentümer aufgefordert, Stellung zu beziehen. Die Frist läuft noch", erklärt Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm. Aufmerksam wurde die Behörde durch den Flyer des Burghotels. Dort wird mit einem Zeltplatz und Caravan-Stellplatz geworben. Kontrollen bestätigten, dass Boden bewegt wurde. Die Kreissprecherin erklärt auf SVZ-Nachfrage, dass es aber weder einen Bauantrag noch demzufolge eine Genehmigung gibt, dort zu bauen.

Beides ist gegenwärtig auch gar nicht möglich. Das bestätigt Karin Bartock. Weil es keinen Bebauungsplan gibt, so die Sprecherin der Stadtverwaltung. Wenn einer in die Gremien gebracht werden sollte, müsste er als vorhabenbezogener B-Plan beantragt und vom Antragsteller bezahlt werden, so Bartock.

Ein B-Plan war bereits im Januar in unserer Zeitung im Gespräch als es um den Bootssteg an der Grenzburg ging, den der Inhaber Torsten Hill bauen will. Damals hatte Bürgermeister Arne Schuldt erklärt: "Es liegt kein Baurecht vor." Das könne nur mit einer neuen Bebauungsplanung erreicht werden. Diese Änderung sei aber nicht in Gang gesetzt worden, so Schuldt. Gleiches gelte für den Campingplatz, äußerte er.

Torsten Hill sagt dazu: "Wir bauen keinen Campingplatz. Das haben wir irgendwann mal vor. Aber das liegt noch weit voraus. Dann werden auch Anträge gestellt. Was hier geschehen ist, ist das Beseitigen von Altlasten." Hill erklärt, dass man "Dreck", das alte Dach, das vom Vorgänger in die Wiese geworfen wurde, entsorgt habe. Dazu sei ein Container hingestellt worden. Der Abtransport sei nur mit schwerer Technik möglich gewesen. Die Folgen habe man jetzt mit Sand aufgefüllt, man glätte alles und säe neuen Rasen an. Hill: "Wir stellen alles so wieder her wie es vorher in der Natur aussah." Dass auf der Wiese gezeltet wird, begründet er mit seinem Gewerbevertrag. "Eine Nacht zu campen wird damit meinen Gästen erlaubt. Mehr mache ich nicht", betont er.

Auch Güstrowern wie Gerd Schmidt sind die Bauarbeiten aufgefallen. Er schreibt SVZ: "Mit Erschrecken habe ich das festgestellt. Die nahe Uferzone in einem Feuchtgebiet und ein Bereich mit typischen Tieren und Pflanzen darf aus meiner Sicht nicht noch weiter kultiviert werden." Für unseren Leser steht fest: Hier dürfen nicht kaufmännische Ideen siegen sondern es muss für die Natur entschieden werden. Daher schreibt Gerd Schmidt: "Ich hoffe, dass hier das Umweltamt einschreitet und die Situation bereinigt." Das soll die Anhörung klären.

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