zur Navigation springen

Viele sind darauf angewiesen : Winterkleidung dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

DRK-Kleiderkammer in Güstrow ziemlich ausgedünnt / Engpässe bei Versorgung der Bedürftigen

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2015 | 11:21 Uhr

Gerade rund um Weihnachten macht Bärbel Stender ihre Arbeit oft traurig. „Weil ich so viele Leute treffe, die gar nichts haben“, sagt die 56-Jährige. Als Mitarbeiterin der Güstrower DRK-Kleiderkammer sei sie gleichzeitig immer auch Sozialarbeiterin. „Viele Menschen sind frustriert. Ich versuche sie dann immer aufzubauen.“

Besonders wenn Kinder vor der Luke ihrer Kleiderkammer in der Hagemeister Straße stehen, schießen ihr schon mal die Tränen in die Augen. „Ich habe selbst vier Enkelkinder und dann sehe ich, wie Leute zu uns kommen müssen, damit ihre Kinder zu Weihnachten überhaupt ein Geschenk bekommen“, schildert Bärbel Stender.

Gerade zu Weihnachten hat die Kleiderkammer in Güstrow auch wieder Spielzeug verteilt. Viele Familien mit Kindern gehören zu den regelmäßigen Kunden der DRK-Kleiderkammer. „Die können gerade mal ihre Miete bezahlen und haben dann nichts mehr übrig“, sagt Gabriele Panitz, seit 2011 Leitern Wohlfahrt des DRK-Kreisverbandes Güstrow und zuständig für die Kleiderkammern. Sechs dieser Kammern betreibt das DRK im Altkreis Güstrow: Krakow am See, Kronskamp, Bützow, Gnoien, Teterow und Güstrow. Die Nachfrage nach Anziehsachen aller Art ist groß, so Gabriele Panitz. Vor allem auch seit in Güstrow die Asylbewerberheime eröffnet haben. Die Flüchtlinge seien voll auf die Kleiderkammer angewiesen.

„Der Bedarf an Sachen ist stark gestiegen. Wir benötigen dringend noch Wintersachen, warme Pullover, Winterstiefel etc.“, sagt sie. „Auch ganz kleine Größen für Babys sind knapp.“

Die Regale in der Kleiderkammer in der Hagemeister Straße sind tatsächlich recht übersichtlich. In Güstrow komme es jetzt teilweise zu Engpässen. „Das müssen wir aus anderen Kleiderkammern auffüllen“, sagt Bärbel Stender.

Die Kleiderkammer ist voll von Kleiderspenden abhängig und speist sich vor allem aus den 60 Kleiderboxen, die im Altkreis Güstrow aufgestellt sind. „Es kommen zudem Leute zu uns, die persönlich Anziehsachen abgegeben“, sagt Bärbel Stender. Sie ist wie die weiteren fünf Mitarbeiter in der Güstrower Kleiderkammer und weitere 21 im Altkreis ehrenamtlich tätig. „Ich möchte meinen sämtlichen ehrenamtlichen Mitarbeitern danken und wünsche mir auch für 2015 so engagierte Leute“, unterstreicht Gabriele Panitz. Und auch wenn Bärbel Stender ihre Arbeit in der Kleiderkammer manchmal traurig stimmt, so freut sie sich doch, etwas Gutes tun zu können. „Der Job ist auch erfüllend, wenn ich sehe, dass ich helfen kann“, sagt sie.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen