Güstrow : Winkelhausen hat neuen Eigentümer

Diese Aufnahme entstand bei einer SVZ-Sommertour in der Spirituosenfabrik Güstrow.  Foto: Archiv
Diese Aufnahme entstand bei einer SVZ-Sommertour in der Spirituosenfabrik Güstrow. Foto: Archiv

Das Traditionsunternehmen Mecklenburger Spirituosenfabrik G. Winkelhausen hat nach längerer Suche einen neuen Eigentümer: den bayrischen Privatinvestoren Philipp Mühlbauer. Damit ist die Zukunft gesichert.

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24. Mai 2013, 08:01 Uhr

Güstrow | Das Traditionsunternehmen Mecklenburger Spirituosenfabrik G. Winkelhausen Güstrow hat einen neuen Eigentümer, den bayrischen Privatinvestoren Philipp Mühlbauer. "Der Kaufvertrag ist unterschrieben. Der Investor hat in einem Bieterwettbewerb das weitaus beste Gebot abgegeben, und zwar hinsichtlich Preis und Arbeitsplatzerhalt", informierte gestern Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann. "Wir freuen uns, dass wir in acht Monaten einen Investoren gefunden haben, der den Betrieb fortführen will", sagt der Sanierungsexperte. Im Oktober 2012 hatte das ehemalige Mutterunternehmen, die ELRO-Gruppe, Insolvenz beantragt (wir berichteten). Mit Zustimmung des Gläubigerausschusses führte Brinkmann die Produktion fort. In dieser Zeit hätte das Unternehmen wirtschaftlich zufriedenstellende Ergebnisse erzielt, bestätigen auch Mitarbeiter. Entlassungen unter den 30 Mitarbeitern wurden ebenfalls nicht vorgenommen.

Der neue Besitzer plant den Betrieb mit allen Mitarbeitern weiterzuführen. Außerdem sehe er die Möglichkeit, so Brinkmann, einer Expansion, etwa durch die Forcierung der Mecklenburger Produkte in anderen Bundesländern sowie über Vertriebskooperationen. Die Spirituosenfabrik ist unverschuldet in die Konzerninsolvenz gekommen, so dass der neue Eigentümer positiv in die Zukunft blickt. Über die Kanzlei Brinkmann lässt er mitteilen: "Die Spirituosenfabrik stellt eine vielseitige Palette an äußerst interessanten Produkten her. Die Mitarbeiter stellen das wichtige Know-how für den Erfolg. Während der Insolvenzphase waren alle Mitarbeiter dem Unternehmen gegenüber sehr loyal. Das zeigt mir, dass sie motiviert für den künftigen Weg sind."

Der Investor soll nach SVZ-Informationen rund zwei Millionen Euro bezahlt haben. Insider sagen, dass das überdimensioniert ist. Da der neue Besitzer nicht aus der Branche kommt, sollen Mitarbeiter das Konzept skeptisch sehen. Wie SVZ erfahren hat, will er bis Ende 2014 1,2 Millione Euro in den Betrieb stecken. Philipp Mühlbauer war gestern nicht zu erreichen. Bescheinigt wird ihm, dass er beim Bieten immer wieder nachgebessert haben soll, um den Zuschlag zu erhalten.

Auf der Strecke blieb dabei das Angebot des zweiten potenziellen Bewerbers, des Zentralkonsum Berlin. Sprecher Martin Bergner kommentierte den Ausgang gestern so: "Wenn der Investor sein Versprechen hält, den Betrieb langfristig zu erhalten und die Mitarbeiter nicht zu entlassen, dann kann man ihn beglückwünschen." Gleichzeitig bedauerte er die Entscheidung. "Wir hatten alles vorbereitet, hatten sogar schon einen Interimsmanager für die Übernahme", so Bergner.

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