Trotz Mutterkonzern-Pleite : Winkelhausen bleibt optimistisch

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Die Pleite der Elmenhorster Fruchtsaftgetränke GmbH droht auch die Tochterfirma Mecklenburger Spirituosenfabrik G. Winkelhausen mitzureißen. Der Güstrower Traditionsbetrieb gehört zur insolventen Elro-Gruppe.

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18. September 2012, 07:13 Uhr

Güstrow | Die Pleite der Elmenhorster Fruchtsaftgetränke GmbH droht auch die Tochterfirma Mecklenburger Spirituosenfabrik G. Winkelhausen mitzureißen.

Der Güstrower Traditionsbetrieb gehört zur Elro-Gruppe, die kürzlich Insolvenz anmelden musste. Doch noch ist die Insolvenz nicht eröffnet.

"Wir produzieren normal weiter und das gesamte Personal ist weiterhin beschäftigt", sagte gestern der Winkelhausen-Betriebsratsvorsitzende Bruno Reckling auf SVZ-Nachfrage. Für die ersten drei Monate des Insolvenzverfahrens scheint alles sicher. Doch was dann kommt, ist unklar.

Immer schwarze Zahlen geschrieben

Dennoch ist Reckling optimistisch: "Viele haben nicht verstanden, warum wir als Winkelhausen überhaupt insolvent sein sollen. Wir haben immer schwarze Zahlen geschrieben, arbeiten wirtschaftlich und erzielen Gewinn." Das gibt ihm und den rund 30 Mitarbeitern in Güstrow Hoffnung für die Zukunft.

Winkelhausen sei nicht gleichzusetzen mit den anderen Elro-Firmen. Zu der Gruppe gehören noch vier weitere Tochterunternehmen. Auch ein anderer Punkt stimmt Reckling, der seit 1988 in dem Traditionsbetrieb arbeitet, positiv: "Die Ware ist da. Wir sind lieferfähig."

Nach Bekanntwerden der Pleite des Mutterkonzerns sei die Stimmung zunächst im Keller gewesen, sagt der Betriebsratsvorsitzende. "Aber nachdem klar war, dass die Löhne weiter bezahlt werden, hat sich die Stimmung wieder gebessert. Es gibt keine Lohnrückstände. Die Mitarbeiter sind motiviert", so Reckling.

Der Geschäftsbetrieb in den Unternehmen der Elro-Gruppe, zu der insgesamt 350 Mitarbeiter gehören, läuft während des Insolvenzverfahrens in vorläufiger Eigenverwaltung weiter.

Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind für die ersten drei Monate des Verfahrens gesichert, heißt es in einer Erklärung der Elro-Geschäftsführung. Durch die zeitweilige Eigenverwaltung bleiben die Unternehmen weiterhin voll handlungs- und geschäftsfähig. Dabei werden sie aber von einem Sachverwalter beobachtet. Zusammen mit einer Unternehmensberatung erarbeitet Elro derzeit ein Sanierungskonzept.

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