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Planungsverband : Windräder auch bei Schwiggerow?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Planungsverband weist erstmals Hoppenrade als geeignete Gemeinde aus / Donnerstag Einwohnerversammlung zum Thema

Zu einer Einwohnerversammlung lädt Bürgermeisterin Birgit Kaspar am Donnerstag ein. Es geht um einen „Windpark Schwiggerow“. Das Thema ist neu für die Gemeinde. Stand in der ersten Planungsphase der Raumentwicklung für die Region noch gar nichts von dieser erneuerbaren Energiequelle, so soll es jetzt die Schwiggerower treffen. Und natürlich alle, die in Reich- oder besser Sichtweite liegen. Vorgesehen für die Bebauung mit Windkraftanlagen ist das Gelände links und rechts der Betonstraße, die Hoppenrade mit dem Ortsteil verbindet.

Karl-Heinz Meyer hat deshalb schon eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Unterschriften werden gesammelt gegen die Pläne des Planungsverbandes. Heute will der Schwiggerower die Papiere der Bürgermeisterin übergeben. Wie viel Unterschriften er und Mitstreiter bereits gesammelt haben, will er vorher nicht sagen. Der 70-Jährige wittert auch von den Medien Ungemach für die bisher Windrad-ungestörte Umgebung.

Der Rentner wäre persönlich betroffen, gibt er zu. Sein Wald, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem geplanten Windfeld liegt, wäre dann für die Jagd „gestorben“. „Der hätte dann nur noch ein Zehntel seines Wertes“, gibt Karl-Heinz Meyer an. Doch der ehemalige Revierförster führt natürlich auch weitere Aspekte ins Feld, um die Windräder zu verhindern: Seeadler, Fischadler, Rotmilan und Kranich und noch weitere Vogelarten, die in den Wäldern ringsum heimisch sind. Es könne doch nicht sein, meint der Schwiggerower, dass alle bisher gültigen naturschutzrechtlichen oder auch touristischen Aspekte plötzlich nicht mehr gelten sollen. Einen anwaltlichen Beistand habe er bereits gewählt.

So weit, auf mögliche juristische Auseinandersetzungen, mag die Bürgermeisterin noch gar nicht blicken. Am 11. September hat sie zu der moderierten Versammlung, Beginn ist im Gemeindezentrum am Heckenweg um 19 Uhr, Vertreter des Planungsverbandes eingeladen. Amtsleiter Gerd Schäde sowie Vertreter von Windkraft-Firmen sollen sich dann den Fragen der Einwohner stellen. Aus der Diskussion, die vermutlich am Donnerstag noch nicht abgeschlossen wird, wollen die Gemeindevertreter ein Bild der Stimmungslage mitnehmen. Schließlich sind auch sie gefragt, sollen bis zum Abschluss der öffentlichen Auslegung am 3. November doch eine Stellungnahme zu dem Vorhaben abgeben.

Bürgermeisterin Kaspar: „Die Stimmung in der Gemeinde scheint schon klar zu sein. Ich will aber nicht vorschnell ja oder nein sagen.“ Sie sei sich wohl bewusst, dass es unterschiedliche Meinungen geben könnte, auch bestimmt von durchaus verschiedenen Interessen. „Eine Beeinträchtigung für Hoppenrade und Schwiggerow wären Windräder aber schon. Die Gemeindevertretung hat noch viele Fragen, die nicht unter den Tisch gewischt werden sollen“, meint die Bürgermeisterin. Dabei hatte die sich zum Start ihrer ersten Legislaturperiode eigentlich andere Themen vorgestellt. Schließlich steckt die Kommune in roten Zahlen. Und nach dem aktuellen Stand der Gesetze hätte sie auch nichts von Windrädern zwischen den Ortsschildern. Jetzt wolle sie um einen „mehrheitlichen, tragfähigen Konsens“ ringen, sagt Birgit Kaspar.


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