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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 08:27 Uhr

Ferienresort Linstow : Windpark droht weiter

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Enttäuschung im Ferienresort Linstow. In der Nähe eines der größten Urlaubsanlagen im Binnenland geht es weiter darum, dass zwei Windparks gebaut werden sollen. Der Planungsverband hat das Resort ins zweite Beteiligungsverfahren aufgenommen.

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Riesige Enttäuschung im Van-der-Valk-Resort Linstow: Der Planungsverband Region Rostock hat Montag in der Verbandsversammlung eines der größten Urlauberdomizile im Binnenland nicht aus den neuen Eignungsgebieten für Windenergieanlagen herausgenommen, sondern im zweiten Beteiligungsverfahren gelassen. Das läuft von August bis 31. Oktober. Das trifft auch auf das Gebiet Groß Bäbelin zu. Bei beiden gab es Montag den Antrag, die Windparks zu streichen. „Das wurde mehrheitlich abgelehnt“, bestätigte gestern Gerd Schäde, Leiter der Geschäftsstelle des Verbandes. Mit 17:7-Stimmen gegen Linstow, wie SVZ erfahren hat.

Volker Wünsche, Sprecher der Van-der-Valk-Gruppe Deutschland: „Wir müssen die Entscheidung hinnehmen, können sie aber nicht nachvollziehen. Denn auch im Oktober, wenn das zweite Verfahren endet, ist die Situation die gleiche wie jetzt. Alle Karten, die für uns sprechen, liegen auf dem Tisch und die Argumente sind ausgetauscht. Wenn die Windparks nämlich gebaut werden, steht die Existenz des Resorts auf dem Spiel, damit 600 Arbeitspätze.“ Besonders ärgert die Van-der-Valk-Firmenführung aber, dass ein Antrag gegen diese Windparks, der aus den Reihen der Verbandsversammlung kommt, nicht als Chance begriffen wird, diese Gebiete jetzt abzulehnen und nicht erst in einem Jahr. Für die Van-der-Valk-Gruppe heißt das, dass keine Planungssicherheit besteht, auch nicht für den weiter geplanten Freizeitpark nahe Zietlitz (SVZ berichtete). Wünsche: „Wenn dort ein Windpark entsteht, werden dort weder wir noch andere investieren.“ Der Firmensprecher weist außerdem darauf hin, dass der Unternehmensgruppe durch diese Planungen massiv Geld verloren geht, wodurch wieder andere Investitionen wegfallen würden, so z.B. für das Ski-Alpin-Center Wittenburg.

Für Schäde war der Mehrheitsbeschluss gegen Linstow und Groß Bäbelin deutlich. Trotzdem betont er, dass es unstrittig ist, dass der Ferienpark Linstow mit Recht auf seine substanzielle Bedeutung pocht. Er betont aber die Notwendigkeit des zweiten Verfahrens. Das biete eine relativ große Garantie, einen „handfesten und rechtssicheren Entscheidungsvorschlag“ für jeden Richter zu treffen, ob die Befürchtungen des Linstower Resorts wirklichh berechtigt seien, dass es durch die Windparks in der Existenz gefährdet ist.

Wie geht es nun für Linstow und die insgesamt 17 Gebiete weiter. Nach dem zweiten Beteiligungsverfahren gibt es bis Februar die Abwägung. Im Frühjahr 2015 rechnet Schäde mit einem Beschluss zur endgültigen Flächenkulisse und einem Beschluss zu einem eventuellen Nachbeteiligungsverfahren. Mitte oder Ende nächsten Jahres könnte dann das fortgeschriebene Programm rechtswirksam sein.

Montag wurden sechs weitere Gebiete in das Verfahren aufgenommen. Aus der Region Güstrow/Bützow sind das Groß Gischow, Reinstorf, Dehmen und Hoppenrade. Auf einer Fläche von 450 Hektar sollen hier Windparks entstehen.

Rausgenommen wurden – das sind 550 Hektar – aus der Region Güstrow/Teterow Sabel, Recknitz, Wardow und Boddin. Ausschlussgründe: Belange der Flugsicherheit rundum den Flugplatz Laage, der Vogelschutz und eine zu große Umzingelung der Orte durch Windanlagen. Joachim Knauder, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Gegenwind Recknitz-Knegendorf“: „Wir sind hocherfreut, dass der Windpark nicht gebaut wird. Der Kampf hat sich gelohnt.“


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