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In Güstrows Stadtforst : Windhosen schlugen Schneisen

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Güstrower Stadtförster Holger Michel erlebte bisher einen atypischen Winter. Deshalb wurden bis vor kurzem Bäume gepflanzt und Zäune gebaut. Viel hat er zu tun, um den Wald aufzuräumen, denn Windhosen haben im Dezember drei Schneisen geschlagen.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Holger Michel erlebte als Stadtförster trotz der jetzt herrschenden Minusgrade bisher einen atypischen Winter. „Das schlug sich in unserer Arbeit nieder. Wir haben z.B. bis vor kurzem noch Bäume gepflanzt. Auch Zäune sind gebaut worden, um Waldflächen vor Rotwild und Hasen zu schützen. Das ist sonst eine Frühjahrsarbeit“, berichtet Michel. In den Boden kamen z.B. Vogelkirsche, europäische Lärche, Winterlinde, Wildobst und Esskastanie. Bis der Frost begann brachten Michel und seine beiden Mitarbeiter Harald Wittstock und Mathias Rüsing auch Wildverbissschutz aus. Holger Michel: „Bis minus ein Grad funktioniert das.“


Nach zehn Jahren läuft wieder eine Forstinventur


Aber egal wie der Winter abläuft, es gibt für den Stadtförster immer etwas zu tun. Dieses Jahr ist allerdings eine besondere Arbeit zu erledigen. „Alle zehn Jahre gibt es eine Forstinventur. Die ist in diesem Jahr wieder fällig“, erklärt Holger Michel. In der Inventur wird der komplette Ist-Zustand des Stadtforstes erfasst. „Am Ende des Jahres weiß ich, wie viel Holz wächst, was geschlagen werden darf und was ich nachhaltig zu pflanzen habe.“ Eine Wahl, ob er das macht oder nicht, hat Holger Michel aber nicht. „Diese Inventur gibt uns das Waldgesetz vor, wenn es um Flächen von über 100 Hektar geht.“ Der Güstrower Stadtforst hat 1162 Hektar. Dazu gehören die Heidberge, der Glasewitzer Wald, Flächen in Dehmen, der Priemerwald und ein kleiner Teil von Bockhorst. Holger Michel ist stolz, dass er in einem Forst arbeiten kann, der eine große Vielfalt an Bäumen hat und in dem er dadurch kreativ arbeiten kann.


Brennholz schlagen nimmt immer mehr zu


Zugenommen hat das Brennholz schlagen. „Täglich führe ich manchmal bis zu 60 Anrufe. Ein Angebot, das im Trend liegt und immer mehr Zulauf hat. Dabei hat sich ein Kundenstamm gebildet. Von zwei bis zu 50 Kubikmeter werden für den Privatgebrauch gesägt“, erzählt Holger Michel. Das summiert sich inzwischen auf 10 000 Euro. Insgesamt würden sich die Einnahmen aus dem Stadforst im Jahr auf 300 000 Euro belaufen und seien eine feste Größe im Haushalt der Stadt, so Michel. 90 Prozent des Holzeinschlags wird nach Wismar geliefert. Darunter befindet sich Laub-, Nadel-, Parkett- und Nadelsägeholz.

Gegenwärtig muss Michel seinen Wald auch aufräumen, obwohl die Natur ja das meiste erledigen soll. Aber an einigen Stellen liegt zu viel Holz. Der Grund: Am 6. Dezember wälzten sich drei Windhosen durch den Stadtforst und schlugen drei Schneisen. Eine Schneise ist bisher geräumt, in der zweiten heulen die Sägen, die dritte folgt.

Das letzte Mal als unsere Zeitung Holger Michel in seinem Revier besuchte, hatten gerade Rowdys 1000 kleine Bäumchen abgebrochen und zwei Unterstände waren gestohlen worden. Letztere werden demnächst wieder aufgestellt. Vandalismus und der Müll halten sich in Grenzen. Aber Michel will es nicht berufen.

Nicht zufrieden ist er, wie viele Besucher des Stadtforstes, mit dem Zustand der Wegweiser und Schilder. Hier fehle die Kraft, nachdem es den Förderverein so gut wie nicht mehr gebe, alles instand zu halten. Holger Michel hofft aber auf eine neue forstwirtschaftliche Förderrichtlinie.


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