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stadtmuseum : Wilkes „Mädchen“ jetzt im Museum

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ingrid Wolter und Ingbert Gans bereichern Gemäldesammlung

Länger als ein halbes Jahrhundert hat Ingrid Wolter ein Gemälde von Heinrich Wilke aufbewahrt, seit gestern ist das Mädchenporträt in Besitz des Stadtmuseums der Barlachstadt. „Es würde bestimmt Heinrich Wilke und meinem Vater imponieren, wenn es künftig im Museum hängt“, meint die Güstrowerin.

Beiratsmitglied Ingbert Gans hatte im Namen des Kunst- und Altertumsverein das Kunstwerk aufgekauft und übergab es jetzt dem Museum. „Es ist ein Rest von dem, was ich anlässlich meines 70. Geburtstages an Stelle von Geschenken einsammeln konnte“, erklärt der Professor. Hauptzweck des Vereins sei ja die Förderung des Museums, unterstreicht Regina Erbentraut, die Vorsitzende.

Als Kind sei sie bei Heinrich Wilke (1869-1952) ein- und ausgegangen, berichtet Ingrid Wolter. Ihr Vater habe sehr enge Beziehungen zu dem 1921 nach Güstrow gezogenen Künstler unterhalten. Sie selbst habe dem Maler auch einmal Modell gestanden. Jenes Kunstwerk existiere jedoch nicht mehr, es sei – in der schweren Zeit nach dem Krieg auf billigem Material entstanden – ziemlich rasch kaputt gegangen. Eines Tages hatte Wilke, den die 77-Jährige aus ihrer Erinnerung als „liebenswürdigen, großzügigen, charmanten“ Menschen schildert, ihr dieses Mädchen-Bild geschenkt, das ihr so gut gefiel. Das zeige also nicht sie, klärt Ingrid Wolter auf. Der Künstler hatte vermutlich das Antlitz der kleinen Tochter seiner Wirtschafterin mit Öl verewigt. Es entstand 1924, und sie habe es später rahmen lassen.

Den gebürtigen Berliner Wilke, der in Berlin und München studierte, zog eine Auftragsarbeit nach Güstrow. Seine 1917 entstandene „Ansicht der van Tongelschen Stahlwerke“ hängt heute im Original in Milwaukee (USA). Nachdem er sich in Güstrow ganz niederließ, avancierte er hier zum begehrten Porträtmaler des gut situierten Güstrower Bürgertums. Schon 1928 stellte er zum ersten Mal im Museum aus.

Hier, im Güstrower Stadtmuseum, ist das Mädchenbildnis nun ein weiterer Baustein in der Wilke-Sammlung, die jetzt 29 Werke umfasst. „Wir wollen ja in unserem Haus besonders Güstrower Malern eine Plattform bieten“, begründet Mitarbeiterin Iris Brüdgam ihr Engagement.

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