Güstrow : Wildpinkeln: jetzt wird erst geprüft

Pinkeln vor dem seit Jahren geschlossenen WC am Güstrower Bahnhof? Vielleicht wäre das eine Aktion, es so schnell wie möglich zu öffnen und nicht erst groß zu prüfen, was getan werden muss.
Pinkeln vor dem seit Jahren geschlossenen WC am Güstrower Bahnhof? Vielleicht wäre das eine Aktion, es so schnell wie möglich zu öffnen und nicht erst groß zu prüfen, was getan werden muss.

Güstrower Bahnhof-WC-Problem: Stadtvertreter-Auftrag an Bürgermeister / Bericht, Variantendiskussion und Kosten bis 15. Mai vorlegen

svz.de von
28. März 2014, 06:00 Uhr

„Wenn hier weiter nichts passiert, pinkeln wir vor das WC. Daneben geschieht das ja schon. Vorgestern Abend hat sogar ein Mann auf dem Vorplatz an einer Laterne sein Geschäft verrichtet.“ Die Seele der Menschen, die am Bahnhof arbeiten, ankommen und abfahren, kocht wegen der jahrelangen Wildpinkelei weiter hoch.


„Diesem Bürgermeister glaube ich nichts mehr“


SVZ traf gestern auch die Sprecherin der Anti-Wildpinkelei-Fraktion, die Taxifahrerin Margrit Krause. Die ist nach wie vor von der Arbeit der Stadtvertretung, Stadtverwaltung und besonders des Bürgermeisters bedient. „Diesem Bürgermeister glaube ich nichts mehr, weil er jede Verantwortung von sich schiebt. Dagegen hat die Bahn im Bahnhof mit ihrem Bezahl-WC ihre Pflicht erfüllt.“ Sie bleibt bei ihrer Meinung, auch wenn sich seit gestern der Bürgermeister wegen der Wildpinkelei rühren muss.

Aber einige Zeit müssen sich diejenigen, die Druck auf der Blase haben, doch noch zurückhalten. Denn der Bürgermeister hat mit dem gestrigen Stadtvertreterbeschluss bis 15. Mai Zeit, Lösungen anzubieten. Dazu muss er einen Bericht zur aktuellen Wildpinkel-Situation und zu den Verhandlungen mit der Bahn zum seit Jahren geschlossenen WC-Haus auf dem Vorplatz vortragen. Außerdem muss er Varianten mit Unternehmen, z.B. dem Rondellpächter Stefan Schult, für eine dauerhafte, ganztägige Toilettennutzung auf dem Bahnhof bzw. Vorplatz diskutieren, den Bau eines WC eingeschlossen.

Der Antrag von CDU und SPD geht davon aus, dass es für Güstrower und Touristen in einer Stadt, die sich als umwelt- und familienfreundlich bezeichnet, ein unhaltbarer Zustand ist, keine öffentliche Toilette anzubieten. Hinzu kam gestern Abend noch pikanterweise ein Vorstoß von Hans-Georg Kleinschmidt (SPD-Fraktion), dass Güstrow „Staatlich anerkannter Erholungsort“ werden sollte.


„Stadt für einfaches Bedürfnis zuständig“


Und es wurde noch fleißig hin- und herdiskutiert. Sascha Zimmermann (FDP-Fraktionschef) prangerte an, dass das Pferd von hinten aufgezäumt werde und die Stadt die Aufgabe von Dritten übernehmen müsse, um einen Missstand zu beseitigen. Deshalb wies er darauf hin, wenn z.B. gebaut werden sollte, dass Steuergeld verbraucht wird.

Das reichte dann Hartmut Reimann (SPD-Fraktionschef). Der wollte nicht über Zuständigkeit von Rebus, Bahn oder Firmen, die ansässig sind und WC haben, reden, sondern er sagte klar: „Die Stadt ist zuständig, ein einfaches Bedürfnis zu klären.“ Und er fügte an: „Wir können nicht mehr warten, bis andere aktiv werden.“

Andreas Ohm (CDU) brachte den interfraktionellen Antrag ein und betonte: „Wir sind Kreis- und Barlachstadt, wollen umwelt- und familienfreundlich sein, garantieren aber nicht, dass ein Reisender seine Notdurft verrichten kann. Das geht nicht. Da müssen wir Abhilfe schaffen.“

Günter Wolf (CDU) verlangte, die Debatte für einen „selbstverständlichen Antrag“ zu beenden und ihn zu beschließen. Das geschah einstimmig.


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