SVZ-Weihnachtsserie : Wihnachts-Bäder upseggen

Der habilitierte Erziehungswissenschaftler Behrend Böckmann befasst sich intensiv mit dem Plattdeutschen.
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Der habilitierte Erziehungswissenschaftler Behrend Böckmann befasst sich intensiv mit dem Plattdeutschen.

Plattdeutsche SVZ-Weihnachtsserie „Rukloes inne Ümgäbung von Güstrow“ von Behrend Böckmann / 2. Teil

svz.de von
10. Dezember 2014, 23:30 Uhr

Dat is noch nich so lang her, dor wüssten all dei lütten Kinner, dat dat wat mit dei Rod’ gifft, wenn’s keinen Wihnachtsbäder upseggen künnen. Dei Rod’ hett dei Wihnachtsmann vonne Rukloes oewernahmen. In Augustenruh bi Misdörp, so wür vertellt, harrn dei Rukloes alltausamen ’ne Rod’; dormit schlögen sei dei Dierns.. Wat dit Schlagen bedüden künn, ward dütlich, wenn man hürt, dat dei Rukloes in Tarnow giern küssen däden. In Kritzkow hengägen, so vertellt man, keemen Ruklœs up’n Schimmel antaurieden un twors harrn Frugenslüd Mannstüüch an un dei Mannslüd Frugenskleider an. Oewer dei Rod’ wier ümmer dorbi. Mit ehr Rod’ wullen dei Rukloes up Dierns ’n gauden Indruck maken, mit ’n annern villicht ’n oll Räknung begliekeu un däächt Schacht utdeilen, oewer ok dei lütten Kinner in’t Geweiten räden, orrig un flietig tau sien, dat tau daun, wat dei Öllern willen. Ut dissen Ruklaas-Bäder „Ruklaas, kiek mi an, / lütting Diern/ lütten Butscher bün ik man,/ dat ik nich väl bäden kann, / dat weet Gott un jedermann“ wür laters dei oewerall bekannte Bäder „Lieber guter Weihnachtsmann...“

Väl öfters wiern oewer dei Bäder vull von Hohn un Ökelie. In Qualitz un Tarnow, wo dei Klingklaas keem, hemm’ Kinner disse Bäder upsecht: „Klingklaas, du Rugebein, bring mi mal den Pisspott rein“ un „Klingklaas, du Rugebeen, laat di nich inne Kohschiet seihn“.

Un dor dei Kinner nich wüssten, gifft dat nu wat mit’e Rod’ orrer nich, hemm ’s sik denn Rücken un dat Achterdeil sogor utpolstert, dormit dat denn nich so weih däd, wenn’t wat geef.

Ut olle Tieden hett sik ok dat „Wihnachtsmann“-Späl för Kinner hollen. Un dat güng so: ein Kind is Wihnachtsmann, dei annern foppen em un raupen „Lütte Knaken, grote Knaken, Wihnachtsmann dien Bücks is apen“. Denn moet dei „Wihnachtsmann“ all achtenan scheesen un versäuken, mit dei Rod’ Schlääch uttaudeilen.

Anner Ruklaasbäder hürn sik so an:
•  Ruklaas, du fules Aas, ik sall bäden, un du wisst mi nicks gäben.
•  Ruklaas hett dick Arften äten, hett de ganze Wand lang schäten.
•  Ruuchklaas Botterfatt, schiet in 't Schapp, denn hest du wat.
•  Ru ru ring, Koh licht up 'n Brink, Kalf licht dorbi, Ruklaas, dat hüürt di. -
•  Ik lech mi tau Rauh, deck mi mit Pannkauken to; wenn dei Ruuchklaas kümmt
un will mi hacken, denn mööt heo ierst in’n Pannkauken racken.
•  Ruklaas, du lütte Kroet, bring mi Appel un Päpernoet.
•  Ruklaas, ik wünsch di ’n fröhlich Wihnachtsfest, Äten un Drinken is ’t Allerbest, Ruklaas, ik wünsch di’nn langet Läben, wisst mi nich ’n por Päpernoet gäben.


Un dormit dat denn ok Noet un Päperkauken geef, hemm’ Jungs taun Bispill ehr Mütz inne Nacht taun Hillig Abend up’e Finsterbänk lecht.

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