Hotel „Stadt Güstrow“ : Wiedereröffnung trotz Zwangsversteigerung?

Das Hotel „Stadt Güstrow“ am Markt steht seit zweieinhalb Jahren leer. Jetzt kommt es zur Zwangsversteigerung.
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Das Hotel „Stadt Güstrow“ am Markt steht seit zweieinhalb Jahren leer. Jetzt kommt es zur Zwangsversteigerung.

Seit zweieinhalb Jahren ist das Traditionshotel „Stadt Güstrow“, ein Filetstück in der Altstadt, bereits geschlossen. Jetzt kommt es zur Zwangsversteigerung des Hotelgebäudes.

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19. März 2014, 06:00 Uhr

Seit zweieinhalb Jahren ist das Traditionshotel „Stadt Güstrow“, ein Filetstück in der Altstadt, bereits geschlossen. Seitdem hoffen nicht nur Touristiker, sondern auch viele Güstrower, die zahlreiche persönliche Erinnerungen mit dem Hotel verbinden, auf eine Wiedereröffnung. Genährt werden diese Hoffnungen immer wieder von der Voyage-Hotelgruppe, die beteuert, noch in diesem Jahr den Hotelbetrieb wieder aufnehmen zu wollen (SVZ berichtete). Doch jetzt kommt es zur Zwangsversteigerung des Hotelgebäudes. Wie passt das zusammen?

Auf den 3. April ist die Zwangsversteigerung terminiert. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte jetzt das Amtsgericht Güstrow. Kaufpreis: 2,6 Millionen Euro. Voyage-Geschäftsführer Kornelis Goed wollte sich auf SVZ-Nachfrage nicht zu der Zwangsvollstreckung äußern. Die BAG-Bank, zu der die Hotelgruppe gehört, antwortete knapp: „Gleichwohl die Zwangsversteigerung für das Hotel ,Stadt Güstrow’ beantragt wurde, ist die Wiedereröffnung des traditionsreichen Hotels vorgesehen.“

Wiedereröffnung trotz Zwangsversteigerung? SVZ wandte sich an einen Insider der Hotelbranche. Nach seinen Informationen handele es sich nicht um einen Versuch, das Hotel abzustoßen. Vielmehr nehme die Bank eine „reine Grundbuchbereinigung“ vor, um anschließend wieder in das Hotel „Stadt Güstrow“ investieren zu können. Die Bank ersteigere das Objekt quasi selbst. Bei diesem Kaufpreis würde auch keiner bieten, ist unser Informant überzeugt. Demnach sei die angesetzte Zwangsversteigerung eher ein positives Signal für eine eventuelle Wiedereröffnung des Hotels. Durch die Grundbuchbereinigung werde Investitionssicherheit hergestellt.

Ein positives Signal ist auch, dass Voyage bereits ein so genanntes Pre-Opening-Büro im Hotel „Stadt Güstrow“ eröffnet hat, geleitet von Felicitas Schmidt. Ihrer Aussage nach arbeite man fieberhaft an der Wiedereröffnung. Die Ausstattung des Hotels solle auf den neuesten Stand gebracht werden.

Weiterhin scheint ein hoher Sanierungsbedarf in dem alten Hotelgebäude zu bestehen. Das wird auch in der Objektbeschreibung zur Zwangsversteigerung deutlich. Dem Hotel wird aufgrund einer teilweise „sehr ungünstigen Grundrisskonzeption“ ein „erheblicher Unterhaltungsstau“ attestiert. Es bestehe „Modernisierungsbedarf“. Allerdings wird auch die „gute bis sehr gute Hotel- und Geschäftslage“ unterstrichen.


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