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Güstrower Anzeiger

23. November 2017 | 03:05 Uhr

Suckwitz : Wieder Kampf um Schweinemast

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Verfahren zum Bau einer Mastanlage mit 8000 Tieren in Suckwitz wird wieder aufgenommen / Bürgerinitiative geht vor Kreistag in Offensive

von
erstellt am 06.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Nun also doch: Das Anfang 2013 wegen Mängeln ausgesetzte Raumordnungsverfahren zum Bau einer Schweinemastanlage mit 8000 Tieren in Suckwitz (SVZ berichtete) kann wieder losgehen. Trotz bisher fünfjährigen, zähen Verhandlungen mit Behörden und lautstarken Protesten der Bürgerinitiative „Gegen Schweinemast in Suckwitz“ will Landwirt Thomas Schulz aus Gerdshagen sein 4,5 Millionen Euro teures Großprojekt jetzt umsetzen.

Der Leiter des zuständigen Amtes für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock, Gerd Schäde, bestätigte jetzt gegenüber unserer Zeitung: „Nunmehr wurden durch den Vorhabenträger Thomas Schulz die ergänzten Unterlagen an das Amt für Raumordnung übergeben. Diese werden als vollständig bewertet und bilden die Grundlage für die Wiedereinsetzung des Verfahrens und die Durchführung eines weiteren Anhörungsverfahrens, welches voraussichtlich Mitte Juni beginnen wird.“ Der erneute Aufschrei der Bürgerinitiative war programmiert. Beim Kreistag vergangene Woche versuchte Freia Starr von der Bürgerinitiative aus Suckwitz die Abgeordneten auf ihre Seite zu ziehen. Nicht „Massentierhaltung“, sondern der Ausbau des Gesundheits- und Erholungstourismus sei für die Region entscheidend, so ihr Argument. „Die Größenordnung dieser Schweinemastanlage und der vorgesehene Standort in Suckwitz direkt an der L 11 würden die Region südlich von Güstrow erheblich verändern“, sagte sie. Der hier gewachsene Tourismus würde nachhaltig beeinträchtigt. Im Namen der Bürgerinitiative verwies Freia Starr vor dem Kreistag auch auf die „Empfindlichkeit des Grundwassers“, die Nähe der Anlage zu FFH-Gebieten und zum Naturpark sowie die befürchteten „regelmäßigen Schweinetransporte“ in dem Dorf. Die Kreistagsmitglieder nahmen ihre Ausführungen zur Kenntnis, haben sie doch in Bezug auf den Bau einer Schweinemastanlage keine unmittelbare Entscheidungskompetenz.

Landwirt Thomas Schulz kennt die Proteste der Bürgerinitiative zur Genüge. „Die tun so, als wenn die Region von Touristen überlaufen sei“, sagt er. Das Verfahren zum Bau seiner Anlage war 2013 ausgesetzt worden, weil „insbesondere hinsichtlich der Fragen der Verträglichkeit gemäß Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, des speziellen Artenschutzes und der Betroffenheit des Tourismus eine Überprüfung und Ergänzung der Unterlagen für das Raumordnungsverfahren erforderlich war“, so Gerd Schäde. Doch Schulz hat nachgebessert. „Damit dürfte einer Genehmigung nichts mehr im Wege stehen. Alles ist durchdekliniert“, sagt der Landwirt. Sämtliche Auflagen für das Verfahren seien erfüllt. So sieht es auch die Behörde. Über den genauen Auslegungszeitraum und die Orte zur Einsichtnahme in die Unterlagen werde in Kürze informiert, kündigt Schäde an.

Thomas Schulz hat durchaus Verständnis für die Proteste der Bürgerinitiative. „Aber die Bürgerinitiative kann nicht bestimmen, was gut oder schlecht ist“, sagt er. Er wolle mit seiner Investition die Voraussetzung für seine Kinder schaffen, dass sie den Betrieb übernehmen und auch davon leben können. Nur noch große Schweinemastanlagen würden sich heute rentieren, so der Landwirt aus Gerdshagen.
 

 

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