Brandruine Güstrow : Wie geht’s weiter mit dem Brandhaus?

Brandruine Gleviner Straße 3: Ob die Fassade abgerissen oder saniert wird und wann ist weiter unklar.
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Brandruine Gleviner Straße 3: Ob die Fassade abgerissen oder saniert wird und wann ist weiter unklar.

Eine Ende der Straßensperrung in der Gleviner Straße ist nicht in Sicht – die Zukunft der Ruine bleibt weiterhin ungewiss.

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03. April 2017, 21:00 Uhr

Das Brandhaus Gleviner Straße 3 beschäftigt weiter die Gemüter in der Barlachstadt. Zu möglichen Brandstiftern gibt es laut Polizei weiterhin keine Erkenntnisse. Der ausgebrannte Ladenbesitzer, Öz Akan, hat gestern sein Geschäft wiedereröffnet. Er fand in der Hageböcker Straße eine neue Bleibe für seinen Gemüse- und Obsthandel.

Was aber soll aus der Brandruine werden? „Steht das Haus noch auf der Denkmalliste?“, wollte Stadtvertreter Jens-Hagen Schwadt (Die Linke) von Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) wissen. Die Antwort wusste der Bürgermeister auf der jüngsten Stadtvertretersitzung noch nicht zu geben. Wunsch der Stadt sei es auf jeden Fall, so viel wie möglich von dem Haus zu retten und den Komplettabriss zu vermeiden. Er habe namens der Stadt dem Eigentümer eine hohe Förderung in Aussicht gestellt, wenn er ebenfalls das Gebäude wieder aufbauen wolle, sagte Schuldt. „Wir wollen zusammen mit dem Sanierungsträger ein Angebot erstellen, um das Gebäude zu sanieren“, erklärte der Bürgermeister. Am Ende werde alles wohl von den Intentionen des Eigentümers abhängen. Der habe sich unter Verweis auf laufende Ermittlungen und ausstehender Klärung versicherungstechnischer Fragen noch nicht zu seinen Plänen geäußert.

Die beim Landkreis anhängige untere Denkmalbehörde hat eine Streichung des Hauses von der Denkmalliste offenbar schon eingeplant. Das Haus sei abrissreif, und wenn es nicht mehr da ist, werde es automatisch von der Liste verschwinden, heißt es bisher vom Landkreis. Damit steht der Landkreis offenbar nicht im Einklang mit der Oberen Denkmalbehörde im Land. Eine Nachfrage beim zuständigen Bildungsministerium führt jedenfalls ins Leere. Pressesprecher Henning Lipski verweist bei SVZ-Anfrage auf ein „geordnetes schriftliches Verfahren“ für Abbruchanträge, ohne das eine sachgerechte Bewertung nicht vorgenommen werden könne. Lipski: „Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hat sich zu der Angelegenheit nicht geäußert.“

Da ein möglicher Abriss und auch Aufräumarbeiten erst nach Freigabe des Gebäudes durch die Staatsanwaltschaft möglich sei, wird auch ein Ende der Straßensperrung in diesem Abschnitt derzeit nicht terminierbar. Die Straßensperrung und der Fußgängertunnel liegen in Zuständigkeit der Kreisverwaltung.

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