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Test zwischen Tolzin und Lalendorf : Wie die Bushaltestelle - so das Dorf?

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So wie die "Busse" - so das Dorf!? Der Vergleich hinkt in Gänze sicher etwas. Aber an vielen Ecken in der Region Güstrow sorgen diese Bus-Häuser nun mal eher nicht für einen Farbtupfer sondern sind einfach - hässlich.

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 07:31 Uhr

Güstrow | So wie die "Busse" - so das Dorf!? Der Vergleich hinkt in Gänze sicher etwas. Aber an vielen Ecken in der Region Güstrow sorgen diese Bus-Häuser nun mal eher nicht für einen Farbtupfer sondern sind einfach - hässlich.

SVZ machte die Probe aufs Exempel und suchte sich Tolzin als beliebigen Ausgangspunkt. Dort befindet sich auf dem Dorfplatz die in vielen Orten typische "Minol-Busse", vom Volksmund so genannt wegen ihrer lila und gelben Farbe, die einmal die Minol-Tankstellen hatten. Gekauft wurden sie nach der Wende vom Landkreis für gute D-Mark aus den alten Ländern. Damals für an DDR-Haltestellen gewöhnte Bus-Gäste sicher ein Fortschritt. Inzwischen sind sie aber fast überall eine Last, weil sie so daherkommen wie in Tolzin: Die Farbe ist kaum noch zu erkennen und das meiste ist irgendwie igittigitt. Passend dazu stand bei unserem Besuch ein verrosteter Fahrradständer an der Haltestelle. Einziger Lichtblick: ein blauer Sack im Papierkorb.

Den totalen Gegensatz fanden wir wenige Kilometer weiter in Schlieffenberg. Dort gibt es eine Haltestelle, die richtig schick und ordentlich ist.

Aber zu früh gefreut: Noch im gleichen Ort der Kontrast. Eine Haltestelle aus Holz versinkt im Unkraut und Unrat. Hier mag keiner mehr einsteigen. Hier hält aber auch kein Bus mehr.

In Niegleve entdecken wir den Unterstand, Marke Eigenbau, aus DDR-Zeiten, allerdings sauber und mit einer Bank. Da verschmerzt der Wartende Löcher in der Plastikverkleidung. In Friedrichshagen und Wattmannshagen wieder die "Minol-Bussen", Motto: weg damit. Das gilt auch für die an der Feuerwehr in Lalendorf. Es war die schlimmste auf der Tour.

Das Häuschen gegenüber an der Straße Richtung Bansow entschädigt allerdings. Im Fachwerkstil errichtet, wirkt es ansprechend. Allerdings, aber da kann kein Verantwortlicher etwas dafür, Graffiti "verschönert" sie. Und: Es fehlen Papierkorb und Dachrinne.

Lalendorfs Bürgermeister Reinhard Knaack will sich nicht herausreden, aber seine Kommune habe durch den desolaten Haushalt keine Möglichkeiten zusätzliche Leistungen, wie die Reparatur von Bushaltestellen, zu erbringen. Das werde sich wohl erst 2015 ändern, wenn die Talsohle durchschritten ist, so Knaack. Viele Haltestellen würden auch aus den 90er-Jahren stammen, seien billig angeschafft worden. Solche Fachwerkhäuschen wie in Lalendorf seien mit einem Kraftakt per Beschluss realisiert worden. In Schlieffenberg ebenfalls. Dort habe, erklärt der Bürgermeister, Lieschen Zander sehr geholfen, die ein Teil ihres Privatgrundstückes für das Verlegen der Haltestelle bereitstellte.


Haltestellen und -punkte

• Auf dem Gebiet des Altkreises Güstrow gibt es 846 Haltestellen, davon 96 in Güstrow und Bützow, und 1342 Haltepunkte, davon 117 in Güstrow und Bützow.
• Verantwortlich für Ordnung und Sauberkeit an den Haltestellen in den Orten sind die Kommunen. Außerhalb der Ortschaften sind es die Straßenbaulastträger – Landkreis, Bund und Land. Die regionale Busverkehrsgesellschaft rebus Güstrow hat, wenn es um öffentliche Linien geht, für das Haltestellenschild und den Fahrplan zu sorgen.

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