„Freies Deutschland“ : Widerstand gegen Hitler: Wanderausstellung im Kreishaus

Eröffneten gestern die Ausstellung: Koordinator Gerhard Fischer, Ilka Lochner und Landrat Sebastian Constien (v.l.).
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Eröffneten gestern die Ausstellung: Koordinator Gerhard Fischer, Ilka Lochner und Landrat Sebastian Constien (v.l.).

Gestern neue Schau zur weltweiten Bewegung „Freies Deutschland“ 1943 bis 1945 eröffnet

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27. April 2017, 05:00 Uhr

Vor der gestrigen Kreistagssitzung wurde im Foyer des Güstrower Kreishauses die Wanderausstellung „Deutschland muss leben, deshalb muss Hitler fallen! – Die weltweite Bewegung Freies Deutschland 1943-1945“ eröffnet. Nur bis zum 3. Mai ist die Schau mit ihren 19 großformatigen Aufstellern in Güstrow zu sehen.
Es handelt sich um eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Kooperation mit der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“. „Die Ausstellung schreibt keine Denkweise vor, sondern lässt den Betrachter selbst entscheiden“, sagte gestern Gerhard Fischer, Koordinator der Wanderausstellung.

Im Juli 1943 gründeten deutsche kommunistische Emigranten und Kriegsgefangene auf Initiative der sowjetischen Führung im Lager Krasnogorsk bei Moskau das Nationalkomitee „Freies Deutschland“, das die Soldaten der Wehrmacht aufrief, Hitler den Gehorsam zu verweigern. Daraufhin bildeten sich in verschiedenen europäischen Ländern sowie in Lateinamerika und den USA weitere überparteiliche Zusammenschlüsse deutscher Exilanten, die zumeist auf kommunistische Initiative zurückgingen. Mit Flugblättern, Vorträgen und eigenen Publikationen riefen sie zum Sturz des NS-Regimes auf und engagierten sich für eine demokratische Erneuerung Deutschlands. Im November 1945 wurde das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ in der Sowjetunion aufgelöst, in den folgenden Monaten stellten auch die Gruppen der Bewegung „Freies Deutschland“ in den anderen Ländern ihre Aktivitäten ein.

Kreistagspräsidentin Ilka Lochner wünscht sich, dass die Besucher „vorbehaltlos ohne geschichtspolitische Gegensätze oder parteipolitische Maßstäbe“ in die Ausstellung gehen. „Die Schau ist auch ein Beitrag, die konstruierten Traditionen des Widerstands der beiden deutschen Staaten zu überbrücken. Weder die Leugnung des kommunistischen Widerstands noch die Geringachtung des bürgerlich-militärischen Widerstands werden den Menschen gerecht, die für Freiheit gekämpft haben und unseren Respekt verdienen“, so Ilka Lochner.

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