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Tischlerei Laage : Whiskyfässer als Leidenschaft

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Tischlermeister und Whiskyfan Nils Greese aus Laage entdeckte eine Nische, die mittlerweile 30 Prozent seines Umsatzes ausmacht.

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erstellt am 17.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Tischlermeister Nils Greese liebt Whisky. Seit Jahren tourt der 48-jährige Laager jedes Jahr durch Schottland und besucht die bekannten Whisky-Distillerien. Als es vor drei Jahren eine Delle in der Auftragslage seiner Bau- und Möbeltischlerei gab, kam Greese ein Idee. Er besorgte sich drei alte Whiskyfässer und baute sie zu Möbelstücken um. „Damit bin ich in eine echte Nische vorgestoßen“, sagt Greese. Mittlerweile machen seine individuellen Möbelstücke aus Fässern 30 Prozent seines Umsatzes aus.

Greese bezieht die ausgedienten schottischen Whiskyfässer aus den verschiedensten Distillerien von zwei Händlern aus Schottland und England. Zudem hat er sich auf die Fassdeckel spezialisiert. „Das besondere hier ist der Aufdruck der Distillerien“, erklärt er. „Man weiß, wo die Fässer herkommen, wann sie zuletzt befüllt wurden und hat die Fassnummer. Jedes Fass ist 30 bis 40 Jahre alt und erzählt eine eigene Geschichte.“ Aus den Fassdeckeln macht Greese unter anderem Uhren.

Sauber abgeschliffen und lackiert oder mit der einmaligen Patina aus 30 Jahren Einsatz, eignen sich die Fässer mit einer oberen Glasplatte als dekoratives Möbelstück. „Zudem fertigen wir einmalige Couchtische, Regale und Barschränke aus den alten Whiskyfässern. Allesamt wahre Schmuckstücke für privat oder Gastronomie“, sagt Greese. Er selbst hat einige seiner Stücke in seiner Wohnung. „Das, was wir hier bauen, gefällt mir selber auch gut.“ Der Tischlermeister ist mit Leidenschaft bei der Sache, hat in seinem Betrieb in Laage einen Schauraum mit umgearbeiteten Fässern eingerichtet. „Seitdem haben wir sogar Laufkundschaft, was für eine Tischlerei eher unüblich ist“, sagt er.

Als Greese vor drei Jahren die ersten Fässer umbaute, merkte er schnell, dass dafür eine Nachfrage besteht. „Die Whisky-Branche boomt. Jeder macht jetzt Whisky, sogar in Rostock oder Stralsund“, sagt er. Über das Internet verkauft der Tischler seine exklusiven Möbelstücke mittlerweile im gesamten deutschsprachigen Raum. „Es läuft gut, ist aber noch ausbaufähig“, schätzt der 48-Jährige ein. Regelmäßig stellt er seine Produkte auf Messen im ganzen Bundesgebiet aus. Im September geht es zur Whisky-Messe nach Berlin, im Dezember nach Frankfurt am Main. „Hier kann ich neue Kunden gewinnen“, sagt Greese.

Die Möbeltischlerei Greese ist in Laage alteingesessen. Großvater Heinrich Greese gründete die Tischlerei am 30. April 1930 in der Recknitzstadt und übergab sie 1965 an seinen Sohn Hans-Heinrich, der die Tischlerei bis Ende 2001 führte. Am 1. Januar 2002 übernahm Nils Greese in dritter Generation den Betrieb. „Bei aller Pflege des traditionellen Handwerks, passen wir uns ständig den neuen Anforderungen an“, betont Nils Greese.

 


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