Leistungsmelken : Wettstreit der Besten im Melkkarussell

Hoch gehandelter Favorit auf den 1. Platz beim Leistungsmelken der über 25-Jährigen: Nico Frahm.  Fotos: Kerstin Erz
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Hoch gehandelter Favorit auf den 1. Platz beim Leistungsmelken der über 25-Jährigen: Nico Frahm. 

20 Teilnehmer beim Leistungsmelkwettbewerb in Zahrensdorf - Melker der Agrofarm Lüssow vorne mit dabei - Heute Abend Auswertung und Siegerehrung.

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01. März 2018, 12:00 Uhr

Minus 13 Grad Celsius Außentemperaturen. Im 28er-Melkkarussell der Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf war es seit Jahren nicht mehr so kalt. Trotzdem startete gestern pünktlich um 5 Uhr morgens der praktische Teil des Leistungsmelkwettbewerbes, das Melken von acht Kühen pro Melker und der Milchzelltest. Zuvor hatten sich alle Teilnehmer bereits den theoretischen Fragen der Jury gestellt.

Die 20 Melker, die an diesem Leistungswettbewerb teilnahmen, kommen aus dem Einzugsgebiet des Milchkontrollvereins Güstrow. Dieser, mit Hauptorganisatorin Angelika Fraß, veranstaltet mit Unterstützung des Landeskontrollverbandes Güstrow, der Rinderallianz MV, den Molkereien, der Erzeugergemeinschaft „Qualitätsmilch“ Bützow und den Bauernverbänden Bützow, Güstrow, Parchim seit nunmehr 25 Jahren diesen Wettstreit, der auch auf den Berufsstand des Melkers aufmerksam machen soll. Ausrichter ist in diesem Jahr wieder die Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf (LWG) bei Brüel, die selbst zwei Teilnehmer stellte, u.a. Daniel Wöhler, der jetzt zum 17. Mal dabei war.

Dies toppte Nico Frahm vo m Agrarbetrieb Groß Grenz, der in Zahrensdorf sein 20. Kreisleistungsmelken bestritt. Und der Mann ist gut. War er doch als Erstplatzierter im Kreiswettbewerb bereits 2002, 2004 und 2010 erfolgreich beim Landeswettbewerb MV.

Einer der harten Konkurrenten ist Christopher Kröplin vom Lwb Griepentrog. Er nahm 2016 als Erstplatzierter im Kreiswettbewerb am Landeswettbewerb teil. Und um diese Möglichkeit kämpfte der 27-jährige Facharbeiter aus Bützow in diesem Jahr wieder, hatte allerdings großes Pech mit seiner achtköpfigen Kuhgruppe. Gleich die erste Kuh schlug ihn hart gegen den Arm, so dass er mit Handicap weitermachte. Leider entpuppten sich die anderen sieben Kühe als ebenso nervös, obwohl sie von ihm alle vorschriftsmäßig angesprochen wurden, sodass sich minimale Fehler in seine sonst tadellose Arbeit einschlichen.

Eine dreijährige Leistungsmelken-Erfahrung brachte Nico Uhlemann von der Agrofarm Lüssow mit. Der 22-Jährige zeigte wieder eine gute Leistung. Die Jury meinte nur, er hätte sich besser organisieren können, denn die Gewandtheit des Melkers brachte allein schon 14 von 100 Punkten. Saskia Nehring vom gleichen Betrieb ist im dritten Lehrjahr und hatte das gleiche Problem, vor allem war sie etwas langsam. „Das Melken ist ein Produktionsprozess, der zügig (nicht flüchtig) gehen muss. Vom ersten Vorgemelk bis zum Ansetzen des Melkzeuges sind da pro Kuh nur 50 Sekunden Zeit. Ist diese überschritten, gibt es pro Kuh einen Punkt Abzug. Und das war bei Saskia der Fall“, sagte Prüfer Eberhard Tschirner. Saskia hatte in diesem Melkkarussell allerdings auch ein Handicap: sie ist mit 1,55 Meter Größe zu klein, um richtig an die Euter vor allem bei großen Kühen heranzukommen. Das beeinträchtigte ihre Arbeit zusätzlich. „In Lüssow haben wir einen Side by Side-Melkstand mit höhenverstellbarem Boden. Da kann ich auch mit 1,55 Meter gut arbeiten“, schmunzelte sie.

Erwähnenswert ist auch Dastin Pittelkow vom Lwb Griepentrog. Der 17-jährige im zweiten Lehrjahr gewann im vergangenen Jahr den Wettbewerb der unter 25-Jährigen. Auch diesmal zeigte er wieder eine hervorragende Leistung mit nur wenigen Punktabzügen. Auch der Agrarbetrieb Jürgenshagen schickte mit Jana Zeiser eine erfahrene Melkerin, die bereits sieben Mal dabei war. Sie zeigte sich ganz zufrieden mit ihrer Leistung, ist aber nun wahnsinnig gespannt, wie das im Endeffekt die Jury sah.

Zu den Bewertungen am Melkkarussell kommen auch noch die Ergebnisse des Milchzelltests und der theoretischen Prüfung. Alles zusammen ergibt das Endergebnis und die Platzierung. Aber diese erfahren die Teilnehmer und Gäste erst heute Abend bei der Auswertung im Hotel am Wariner See.

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