Museumstag in Güstrow : Wertvolle Rarität für Stadt gerettet

Enthüllten zum Museumstag in der Wollhalle die frisch restaurierte Güstrower Turnerfahne (hinten eine Replik der Rückseite): Bürgermeister Arne Schuldt, Iris Brüdgam (l.) und die Sportchronisten Uwe Zicker und Rudi Schröder (r.)  Fotos: Jens Griesbach (2)
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Enthüllten zum Museumstag in der Wollhalle die frisch restaurierte Güstrower Turnerfahne (hinten eine Replik der Rückseite): Bürgermeister Arne Schuldt, Iris Brüdgam (l.) und die Sportchronisten Uwe Zicker und Rudi Schröder (r.)

Museumstag: Güstrower Sportchronisten übergeben restaurierte Turnerfahne an Stadtmuseum.

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22. Mai 2017, 05:00 Uhr

Die Fahne ist gerettet! Gemeint ist die Vereinsfahne des Güstrower Arbeiter-Turn-Vereins von 1894. Und zu verdanken ist diese Rettung dem unermüdlichen Engagement der Güstrower Sportchronisten sowie der großen Spendenbereitschaft der Güstrower. Lange befand sich die fragile Turnerfahne in einem desolaten Zustand im Archiv des Stadtmuseums. Die Sportchronisten holten sie da raus, organisierten eine Spendenaktionen und ließen das kostbare Stück für 4000 Euro aufwendig restaurieren. „Eine wertvolle Rarität, ein großartiges Kulturgut der Stadt Güstrow konnte vor dem Zerfall gerettet werden“, freut sich Rudi Schröder von den Sportchronisten. Mit seinem Vereinschef Uwe Zicker enthüllte er gestern zum Internationalen Museumstag die frisch restaurierte Turnerfahne in der Wollhalle und übergab sie wieder an das Stadtmuseum.

Öffentlich ausgestellt wird die Güstrower Turnerfahne allerdings nicht. Dafür ist das alte Textilstück zu empfindlich. „Man muss sie behandeln wie ein rohes Ei. Die Fahne ist weiterhin sehr anfällig“, sagt Iris Brüdgam vom Stadtmuseum. Lediglich die Sportchronisten dürfen sie bei bestimmten Anlässen haben – als Anerkennung für ihr Engagement. „Es ist toll, was die Sportchronisten hier für Güstrow geleistet haben“, würdigt Bürgermeister Arne Schuldt die Arbeit der Männer um Uwe Zicker.

Auch in der Güstrower Barlachstiftung gab es gestern am Museumstag eine Würdigung. Beim 5. Barlach-Schülerwettbewerb wurden 27 Kunstwerke von Schülern zum Thema „Das Fries der Lauschenden“ prämiert. „Wir wollen Barlach nicht nachahmen, sondern uns von ihm anstecken lassen“, sagte Irene Heinze vom Verein „Freunde der Güstrower Barlach-Museen“ und Kunstlehrerin am Brinckmangymnasium. So haben sich viele Schüler mit Barlach beschäftigt. Entstanden sind nicht nur Zeichnungen, sondern auch plastische Arbeiten, Holzschnitte, Filme, Fotografien und mehr. Die Kunstwerke sind in der museumspädagogischen Werkstatt der Barlachstiftung am Heidberg ausgestellt. Steffen Freitag, Staatssekretär im Bildungsministerium MV, lobte die Schau: „Die gesamte Ausstellung ist ein gelungenes Kunstwerk.“

Andrang herrschte gestern im Güstrower Schloss. Hunderte Besucher wollten die Freitagabend eröffnete Ausstellung „Cranachs Luther!“ sowie die multimediale Begleitschau „Pop Up Cranach“ sehen. Bis zum 24. September zeigt das Schloss im Lutherjahr 13 Gemälde der Cranachs, u. a. das Doppelbildnis von Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora sowie das lebensgroße Porträt des Reformators. 

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