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Serie : Wertvolle Abrisshäuser heute große Baulücke

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Historische Baulücken in Güstrow“ / Die größte von mehreren in der Hageböcker Straße

Auf der linken Straßenseite, vom Güstrower Markt kommend, stößt man in der Hageböcker Straße schon bald auf eine geschlossene Baulücke, leicht verdeckt durch eine Mauer. Die erste Lücke bildet schon die frühere Nr. 11. In den Bauunterlagen des Stadtarchivs ausgewiesen als zweigeschossiges halbes Haus (Bude) eines Schneiders aus dem 17. Jahrhundert, abgerissen vor einigen Jahren wegen Baufälligkeit. Die Nr. 12 existiert noch (Leerstand) und beherbergte früher eine Korbmacherei.

Ab Nr. 13 bis Nr. 17 erscheint dann die geschlossene Lücke, deren Häuser nach und nach zwischen 1970 und 1995 abgerissen wurden. Auf dem Grundstück Nr. 17 entstand in den 1980er-Jahren ein Neubau als Wohn- und Geschäftshaus. Alle anderen Grundstücksflächen wurden Parkplatz.

Zu der ursprünglich dort vorhandenen Häuserzeile ist Folgendes bekannt:

Haus Nr.13 – Das dominierende Giebelhaus (Foto links) beherbergte schon ab 1783 eine Gaststätte. Da es ein Vollhaus war, musste der Eigentümer für das Haus 12 Schilling und für die Wirtschaft 6 Schilling bezahlen. Ab 1902 übernahm der Gastwirt Carl Kaden das Haus und gab ihm den Namen Gast- und Logierhaus „Stadt Schwerin“. Nach hinten gab es zum Grünen Winkel eine Zufahrt mit Ausspanne für die Pferdefuhrwerke mit Stallungen und Remisen. Das Haus hatte vorne, zur Hageböcker Straße, eine große Kegelbahn, die Herr Kaden zu einem Saal umbauen ließ, der zu Tanzveranstaltungen, Auktionen, Tagungen und im Winter auch als Turnsaal diente. Der Abriss des Hauses erfolgte 1970. Recherchen dazu durch das frühere Büro Christensen gibt es im Stadtarchiv.

Haus Nr.14 – Dieses Haus wird im Schossbuch (Steuern) nur als Viertel-Haus (Bude) ausgewiesen und wurde nur mit 6 Schilling besteuert. 1874 gab es dort eine Zigarrenfabrik. Der Abriss erfolgte 1995.

Haus Nr.15: – Ein traufen-ständiges Vollhaus mit Nebengebäuden, das um 1900 zu einer Schlachterei umgebaut wurde. Abbruch 1995.

Haus Nr.16 – Als Halb-Haus 1829 ausgewiesen und daher von geringerer Bedeutung, beherbergte es einen Schuhmacher und wurde 1911 umgebaut durch den Bauunternehmer Lintz. Abbruch um 1985.



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