Altbausanierung : „Werden das auch gut hinkriegen“

Victoria und Reinhard Lieberum nahmen diese Woche den Baufortschritt in Augenschein.
Victoria und Reinhard Lieberum nahmen diese Woche den Baufortschritt in Augenschein.

Ärztepaar saniert ehemaligen Bethlehem-Stift / Zwölf Wohnungen entstehen

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19. September 2015, 06:00 Uhr

Gut voran kommen die Arbeiten am Hauskomplex Gleviner Straße 10/Grepelstraße 17. Das Ärztepaar Victoria und Reinhard Lieberum aus Lahnstein in Rheinland-Pfalz hatte die markante Hausecke in der historischen Güstrower Altstadt erworben und ist dabei, es aus seinem jahrelangen Dornröschenschlaf zu erwecken (SVZ berichtete).

Seit drei Monaten läuft die Freilegung des in vielen Jahren immer wieder überbauten Hauses. Überraschungen habe es bisher nicht gegeben, konnte Architekt Udo Fliege, der mit seinem Büro-Partner Hans-Peter Kruse die Sanierung des Objektes beplante und begleitet, den Eigentümern bei ihrem Besuch in dieser Woche berichten. Leichte Verzögerungen im Ablauf stellten bisher kein Problem für den Gesamtzeitplan dar. „Ich bin da sehr zuversichtlich“, sagt Reinhard Lieberum, „alle Beteiligten haben sich schließlich schon bei unserem Projekt Am Berge bewährt.“ Der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg spricht von „zuverlässigen Partnern“, die sie in Verwaltung, Architektenbüro und Baufirmen in Güstrow gefunden hätten.

„Wir wollen bis Ende 2016 fertig sein“, bekräftigt Reinhard Lieberum. Unerwartetes könne dennoch weiterhin auftauchen, die Freilegung ist noch nicht beendet. „Das macht ja den Reiz solcher alten Häuser aus“, meint Ehefrau Victoria Lieberum, darauf verweisend, dass im ehemaligen Bethlehem-Stift Teile aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg erhalten wären. Zumindest Teilbereiche sollten rechtzeitig winterfest gemacht werden, damit man nicht gar zu sehr von der Witterung abhängig sei.

Zwölf Wohnungen von unterschiedlicher Größe, darunter auch Maisonetten, entstehen in den beiden Häusern. „Wir möchten gerne dazu beitragen, dass modernes und zugleich reizvoll gestaltetes Wohnen in der historischen Altstadt möglich ist“, erklärt Victoria Lieberum ein Credo des Ehepaars. Ein anderes: Respekt vor der Geschichte von Häusern und der Menschen, die darin wohnten. Viel erhaltene Altsubstanz, wie etwa der stilbildende Treppenaufgang, solle daher auch künftig zur Atmosphäre in dem Haus beitragen.

Dass sie sich in Güstrow engagierten, bereuten sie nicht. „Wir haben Spaß daran, mit alten Häusern zu arbeiten. Solche wie in Güstrow haben wir vor der Haustür nicht. Und das ist ein angenehmer Menschenschlag hier“, betont Reinhard Lieberum. Dies hätten sie bei der Rettung des Komplexes Am Berge 10-12 schon erfahren. Dass sie gemeinsam auch die Ecke Gleviner/Grepelstraße gut hinkriegen, da wären sie sehr zuversichtlich.

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