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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 10:35 Uhr

Wahlen 2017 : Wer traut sich gegen Schuldt?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Amtsinhaber bisher einziger Bewerber für die Bürgermeisterwahl in Güstrow.

von
erstellt am 31.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Gesucht wird in Güstrow ein neuer Bürgermeister. Die Amtszeit von Arne Schuldt (parteilos) endet am 28. Februar 2018. Frühestens sechs, spätestens zwei Monate vorher wird laut Kommunalwahlgesetz der neue Bürgermeister gewählt. Die Stadtvertretung hat festgelegt, dass dazu der Tag der Bundestagswahl, der 24. September, genutzt wird. Bis zum 11. Juli, 16 Uhr, müssen die Wahlvorschläge schriftlich und vollständig bei Gemeindewahlleiterin Cornelia Prüfer im Rathaus eingegangen sein.

Ob es allerdings wirklich einen neuen Bürgermeister oder Bürgermeisterin in der Barlachstadt geben wird, ist nach aktuellem Stand eher fraglich. Arne Schuldt, der seit 2004 Chef im Rathaus ist, will sich erneut um das Amt bewerben – bisher als Einziger. „Wenn ich alle Bedingungen erfülle, die in der Ausschreibung stehen, werde ich sicherlich wieder antreten“, sagte Schuldt gestern der SVZ.

Herausforderer jedoch sind noch nicht in Sicht, wie eine erste SVZ-Umfrage in dieser Woche offenbarte. Die SPD, die Schuldt 2004 maßgeblich mit ins Amt gehievt und 2011 erneut unterstützt hatte, habe das noch nicht im Ortsverein besprochen, gibt Vorsitzender Uwe Heinze Auskunft. Heinze selbst, dem als früheren Bürgermeister von Laage Ambitionen auf das Amt in Güstrow nachgesagt werden, stellte klar: „Ich mach’s nicht!“ Die innerparteiliche Abfrage sei noch nicht im Gange. Mit einer erneuten Unterstützung durch die Güstrower Sozialdemokraten kann Schuldt wohl aber rechnen. Hartmut Reimann, Vorsitzender der Fraktion in der Stadtvertretung, deutete das schon mal an und findet: „Wir sind mit dem jetzigen Bürgermeister doch gut aufgehoben.“ Gegenkandidaten aus seinen Reihen seien ihm nicht bekannt.

Fragt man bei den Christdemokraten nach dem Herausforderer, stößt man auf Bedauern. „Wir hatten einen bestimmt aussichtsreichen Kandidaten, der musste aber aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen“, sagt Heiko Karmoll, Vorsitzender der stärksten Fraktion im Stadtparlament. Tiefer blicken lässt CDU-Kreischef Torsten Renz. Es sei abzuwägen, ob es geeignete Kandidaten gibt, die auch chancenreich ins Rennen gehen würden. Renz: „Derzeit ist das nicht zu erkennen.“

„Keine Schnellschüsse“, heißt es bei den Linken, die erst am Donnerstag über eine mögliche Kandidatur beraten haben. Es gebe „mehrere Ideen“, und man suche jetzt nach der oder dem Geeigneten. „Wir werden niemanden aufstellen, der den Job nicht auch machen kann“, verspricht Karen Larisch, in dieser Frage nicht zu taktieren.

In den kleinen Parteien der Stadtvertretung sieht es nicht anders aus. „Wir haben bisher noch keine eigene Kandidatur vor“, sagt Klaus Biener, Ortsvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen. Gleiches ist aus der FDP zu hören. Fraktionschef Sascha Zimmermann: „Das heißt auch, dass wir jemand, der in unser Profil passt und darum bittet, Unterstützung geben könnten.“ Auch die in der Stadtvertretung präsenten Freien Wähler können bisher keinen Namen nennen. Fraktionsvorsitzender Lothar Fila: „Das mag sich ja noch entwickeln. Nach meinem Wissen im Moment aber nicht.“

Nicht berücksichtigt werden konnten bei der kleinen Umfrage mögliche Kandidaturen von Einzelbewerbern oder von Parteien und Wählergruppen, die in Güstrow kommunalpolitisch nicht in Erscheinung treten, aber dennoch möglicherweise Ambitionen hegen.

Natürlich ist bis zum 11. Juli noch reichlich Zeit für weitere Bewerbungen. Die Gemeindewahlleiterin bittet jedoch, mit den Wahlvorschlägen nicht bis zum letzten Moment zu warten, sondern schon möglichst frühzeitig das Prozedere abzuschließen, damit mögliche Mängel in den Unterlagen noch fristgerecht behoben werden könnten.

Gewählt ist, wer am 24. September mehr als 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bekommt. Schafft das keiner, gehen die beiden Bestplatzierten am 8. Oktober in eine Stichwahl.

Laager tun sich noch schwer mit Kandidaten



Einen Interessenten für das Bürgermeisteramt in Laage gibt es mit Holger Anders (FDP) bereits (SVZ berichtete). Auch in Laage gilt wie in Güstrow: Gewählt ist am 24. September, wer mehr als 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bekommt. Schafft das keiner, müssen die beiden Bestplatzierten am 8. Oktober in die Stichwahl. In der Recknitzstadt macht sich eine Wahl nicht deshalb notwendig, weil die Dienstzeit abgelaufen wäre, sondern weil Ilka Lochner (CDU) Mitte Februar in die Landesvertretung MV beim Bund wechselte.

Nachdem anfänglich diverse Namen potenzieller Kandidaten in Laage die Runde machten, die Benannten aber durch die Bank ihr Interesse verneinten, ist es ruhig um die Frage des künftigen Bürgermeisters geworden. CDU und SPD hüllen sich in Schweigen. Die Christdemokraten hätten einen Kandidaten im Blick, der bisher noch gar nicht genannt worden sei, verrät Alfons Hütten, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Laager Stadtvertretung. In zwei, drei Wochen habe man Klarheit, kündigt er an. Auch die Sozialdemokraten seien mit einem möglichen Kandidaten im Gespräch. „Es ist noch viel Zeit“, sagt Friedrich-Wilhelm Kulik, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

Die Linke hat derzeit keinen Kandidaten für das verwaiste Amt. „Das Dreiergespann im Rathaus macht eine gute Arbeit“, stellt Karin Schmidt, Linke-Fraktionsvorsitzende in der Laager Stadtvertretung, fest. Wozu brauche man einen Bürgermeister? Die Stadträtinnen Petra Müller und Marion Hünecke sowie Kämmerin Diana Schmechel seien beste Wahl. „Leider nur haben wir schon einen Wahltermin festgelegt“, bedauert Schmidt.

Achselzucken bei der Fraktion der Wählergemeinschaft Ortsteile Laage. Man habe keinen Kandidaten, bestätigt Helmut Precht.

Bundestagswahl am gleichen Tag



Zeitgleich mit den Bürgermeisterwahlen in Güstrow und Laage sind die Deutschen aufgerufen, ihren 19. Bundestag zu wählen. Im Landkreis Rostock gibt es drei Wahlkreise, darunter zwei gemeinsame mit Nachbar-Landkreisen.

Die Bürger der Region Güstrow wählen im Wahlkreis 17. Der umfasst die Barlachstadt und die Ämter Güstrow-Land, Laage-Land und Krakow am See, dazu Teterow, Bützow-Land, Amt Mecklenburgische Schweiz, Amt Gnoien. Hinzu kommt der Westen der Mecklenburgischen Seenplatte. Als dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kommen auch Wahlleiter Johannes Waeller sowie sein Stellvertreter, Olaf Böhme. Letzter Termin bei ihnen zur Einreichung der Unterlagen für die Wahlvorschläge ist hier der 17. Juli, 18 Uhr.

Der Norden des Landkreises Rostock ist zweigeteilt. Gemeinsam mit der Hansestadt Rostock wählen die Gemeinden im Nordosten (Landkreis II) im Wahlkreis 14. Der Nordwesten (Landkreis I) bildet mit Teilen der Landkreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim den Wahlkreis 13.

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