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Güstrower Anzeiger

17. Oktober 2017 | 15:26 Uhr

Wenn Mädchen Fliesen verlegen...

vom

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erstellt am 14.Apr.2011 | 07:00 Uhr

Güstrow | "Vielleicht werde ich einmal Tischlerin oder Künstlerin", sagt Jasmin Staffeldt (13). Da liegt es nahe, dass sich das Güstrower Mädchen gestern beim Girls Day für ein Angebot der Berufsbildungsstätte "Start" entschied. Mit weiteren Mädchen fertigte die 13-Jährige u.a. einen Würfel an. 17 Unternehmen und Einrichtungen boten gestern Mädchen rund 260 Plätze zum Kennenlernen von Männerberufen an. Die Palette reichte vom Bäcker über die Omnibusverkehrsgesellschaft (OVG) bis zur Bundeswehr und zur Verwaltungsfachhochschule, die Mädchen für den Polizistenberuf interessieren wollte.

"Beim Sägen braucht man ganz schön Armkraft", schätzte Bibiana Wischmann (14) in der Holzwerkstatt bei der BBS "Start" ein. "Es ist auch nicht so einfach gerade zu sägen", fügt Jasmin Staffeldt hinzu. Aber den Mädchen macht es Spaß. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen", schätzt ihr Betreuer Klaus Dieter Törper ein. Gleiches ist auch von Lothar Döffinger zu hören. Er bildet sonst künftige Fliesenleger aus. "Die Mädchen lernen dieses Handwerk bei der Herstellung von Mosaiken kennen", berichtet der Ausbilder bei "Start". Dass dabei gleichzeitig Kreativität und Fingerfertigkeit gefragt ist, begeistert die Mädchen. "Ich möchte es einfach einmal ausprobieren", sagt Joan Lorz (13). Eigentlich aber möchte sie Anwältin werden. Luisa Voß (13) und Anne Rahn (13) haben sich für die Metallwerkstatt entschieden. Beide wissen noch nicht, welchen Beruf sie wählen wollen, haben aber kein Problem damit am Schraubstock zu stehen und zu feilen. Sie fertigten aus einem grob vorgerichteten Stück einen Flaschenöffner und meinen, dass Mädchen das auch können.

Auch der Beruf des Lackierers muss nicht ausschließlich Männersache sein. Oder doch? Kerstin Holm, die in der gleichnamigen Autolackiererei in Güs trow die Buchhaltung macht, war gestern enttäuscht, dass sich zwar zwei Mädchen angemeldet hatten, gestern aber nicht erschienen. "Wir stellen Mädchen gern diesen Beruf vor und wären deshalb zum vierten Mal beim Girls Day dabei gewesen", sagt Kerstin Holm. Drei weibliche Auszubildende habe man in den vergangenen Jahren gehabt, eine habe durchgehalten und den Abschluss geschafft.

Nicht alltäglich ist der Beruf von Birgit Michel. Sie ist Fahrlehrerin. Sie und ihr Mann erzählten gestern einem Dutzend Schülerinnen, welchen Weg ein Fahrlehrer oder Berufskraftfahrer nimmt. Die Mädchen mit typischen Frauenberufen im Kopf - Erzieherin, Friseurin, Kosmetikerin, Lehrerin usw. -, hörten es und interessierten sich dann doch eher dafür, wie das denn mit der Fahrschule so läuft. Schließlich müsse man auch in einem Frauenberuf mobil sein.

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