Hohen Sprenz : Wenn ein Friedhof verwaist

Im Halbrund mit einer Eibenhecke eingefasst ist eine neue Urnengemeinschaftsanlage auf dem Hohen Sprenzer Friedhof. Heike Wendtland verweist darauf, dass die Kiesfläche für die Ablage von Blumen vorgesehen ist.
Im Halbrund mit einer Eibenhecke eingefasst ist eine neue Urnengemeinschaftsanlage auf dem Hohen Sprenzer Friedhof. Heike Wendtland verweist darauf, dass die Kiesfläche für die Ablage von Blumen vorgesehen ist.

Kirchengemeinde Hohen Sprenz-Kritzkow reagiert mit variablen Bestattungsformen und räumlicher Eingrenzung.

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14. Juni 2018, 05:00 Uhr

Sanft streicht der Wind um die Kirche. Die hohen Linden rauschen. Riesig ist der Friedhof in Hohen Sprenz. Die Grabstätten verteilen sich hier und dort. Alte Grabsteine sind auf einem Ehrengrabfeld aufgereiht. Ruhig, lauschig, aber auch bezahlbar? Der Wandel in der Begräbniskultur macht auch um Hohen Sprenz keinen Bogen. „Wir müssen jetzt Entscheidungen treffen, um nicht irgendwann vor unlösbaren Problemen zu stehen“, sagt Heike Wendtland, in der Kirchengemeinde Hohen Sprenz-Kritzkow für die Friedhöfe, die sich finanziell aus sich selbst heraus tragen müssen, zuständig. Nicht nur verschiedene Bestattungsformen sollen angeboten werden, auch will man sich künftig auf den Bereich direkt an der Kirche konzentrieren.

Pflege und Erhaltung des großen Gottesackers seien nicht mehr zu finanzieren, erklärt Heike Wendtland und weist auf die große Linden. Allein die Baumpflege verschlinge Unsummen. An mögliche Folgen eines Unwetters will sie gar nicht denken. Nur noch vier bis fünf Bestattungen gibt es im Jahr auf dem Hohen Sprenzer Friedhof. Bereits belegt ist ein Urnenfeld am Eingang des Gotteshauses. Frisch angelegt wurde jetzt eine Urnengemeinschaftsanlage. „Wir haben uns nicht für eine Stele mit den Namen, sondern für einzelne kleine Grabsteine entschieden“, berichtet Heike Wendtland. Damit wolle man dem Trend zu pflegeleichten Begräbnisstätten Rechnung tragen. Es könne nicht sein, dass Hohen Sprenzer in Güstrow oder Laage ihre letzte Ruhestätte fänden. „Menschen sollten dort begraben sein, wo sie auch gelebt haben“, denkt Heike Wendtland und traf bei der Vorstellung des neuen Friedhofskonzepts unlängst in Hohen Sprenz auf Zustimmung. Außerdem wolle man auch Rasengräber für Sargbestattungen anbieten.

Mit dem neuen Konzept blicke man 30 bis 40 Jahre in die Zukunft. Nichts werde von heute auf morgen verändert. „Wir haben in Hohen Sprenz Liegezeiten von 30 Jahren“, berichtet Heike Wendtland. Kein bestehendes Grab werde angetastet. Bestattungen aber wird es künftig nur noch in Kirchennähe geben.

Sehr froh ist Heike Wendtland, dass die Kirchengemeinde für Hohen Sprenz einen ehrenamtlichen Friedhofsarbeiter gefunden hat. Denn zwei Arbeitseinsätze im Jahr würden nicht ausreichen, all die Arbeit zu bewältigen. Dennoch halte man aber daran fest, einen ordentlichen Friedhof haben zu wollen.

Während sich der Friedhof in Kritzkow noch ganz gut aus den Einnahmen selbst finanziert, wird es neue Konzepte auch für die Friedhöfe in Weitendorf – hier ist man bereits in der Diskussion – und in Sarmstorf geben. Dort wolle man sich mit Blick auf die besondere Situation mit der kleinen Kapelle und dem Friedhof drum herum Zeit lassen, betont Heike Wendtland.

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