IT-Landesolympiade in Güstrow : Wenn der Roboter die Pakete zustellt

Gespannt verfolgen Leander Sievert (l.) und Heinrich Weber von der Ecolea Güstrow den Weg des von ihnen programmierten Roboters.
Gespannt verfolgen Leander Sievert (l.) und Heinrich Weber von der Ecolea Güstrow den Weg des von ihnen programmierten Roboters.

Mehr als 50 Teilnehmer aus 14 Schulen bei der 10. IT-Olympiade in Güstrow.

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29. Januar 2018, 05:00 Uhr

Mehr 50 Schüler der Klassen acht bis zwölf aus 14 Schulen Mecklenburg-Vorpommerns sind am Sonnabend bei der vom Güstrower Bildungsinstitut Bilse veranstalteten 10. IT-Landesolympiade in der Barlachstadt gegeneinander angetreten. Während die „Großen“ ein Programm in der Sprache Python erstellen und Netzwerkaufgaben lösen mussten, hieß die Anforderung für die Teilnehmer der Klassen acht bis zehn, einen Roboter zu programmieren.

Dabei hatten sich Martin Krohn, IT-Professor von der Hochschule Wismar, und sein Mitarbeiter Tobias Oertel etwas Neues ausgedacht. Der Roboter sollte Paketzusteller spielen. Von einem Depot aus startete er und musste seine Fracht an das adressierte Ziel liefern: rote Pakete ans rote Haus, blaue ans blaue… „Die Aufgabe ist sehr praxisnah“, versicherte Martin Krohn und atmete auf, als die Musterlösung einwandfrei klappte.

Danach waren die Schülerteams an der Reihe, ihre Lösungen zu präsentieren. „Für die Kurven musste der Roboter sehr präzise programmiert werden. Auch fiel es ihm manchmal schwer, die richtige Farbe zu erkennen“, schilderte Leander Sievert von der Ecolea Güstrow, der mit Mitschüler Heinrich Weber ein Team bildete, die Tücken der Aufgabe. Gebannt folgten die beiden und die zahlreichen Zuschauer im Saal, wie der Roboter seine Vorgaben erfüllte. Alles schien zu klappen: das Gefährt lieferte alle Pakete korrekt ab, erkannte Kreuzungen und Einbahnstraßen und meisterte Straßenverengungen und Serpentinen. Fast atmeten die Schüler auf, da passierte es: zwei Abbiegungen vor dem Ziel verließ der Roboter die vorgegebene Strecke – aus der Traum von einer vorderen Platzierung. Überhaupt konnten die Teilnehmer aus dem Landkreis Rostock dieses Mal nicht an die guten Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen und verpassten vordere Plätze.

Bilse-Geschäftsführer Rainer Schätz zog nach zehn Jahren IT-Olympiade eine positive Bilanz. „Unser Konzept, junge Menschen mit Interesse an Informatik anzusprechen, in Vorbereitungs-Camps zu schulen und für den Wettbewerb nach Güstrow zu holen, ist aufgegangen“, resümierte er. Das zeige sich auch an den Teilnehmerzahlen. Schätz verwies auf viele Partner, die meist von der ersten Stunde an dabei waren. Beispielhaft nannte er Jan Hartmann aus dem Bildungsministerium, den IT-Unternehmer Andreas Scher, den Hochschulprofessor Martin Krohn und Andreas Müller vom Branchenverband IT-Initiative MV. Erfreulich sei ebenfalls, dass immer mehr Informatiklehrer auf die Olympiade aufmerksam würden. „Wenn dieses Zusammenspiel weiter so gut klappt und wir ausreichend Sponsoren für das Projekt finden, ist mir um die Zukunft der IT-Olympiade nicht bange“, erklärte der Bilse-Geschäftsführer.


Ergebnisse:
Klassen 8 bis 10 (Lego-Mindstorm-Programmierung):
1. Friederike Wolf (Werkstattschule Rostock) und Liam Hartmann (Jenaplanschule Rostock)
2. Lars Becker und Malte Niendorf (beide Käthe-Kollwitz-Gymnasium Rostock)
3. Tede Johann Herbst und Lars Zschage (beide Schulzentrum am Sund Stralsund)
Klassen 11 und 12 (Python/Netzwerktechnik):
1. Anouk Ronja Duyster (Gymnasium Reutershagen)
2. Joachim Schiller (Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg)
3. Antoine Dávid (CJD Christophorusschule Rostock)

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