Ohne Eltern im Urlaub : Wenn der Jugend Flügel wachsen

Die Güstrower Freunde Tim Broßmann, Mia Meißner und Lilly Tesky (v.l.) machten Urlaub ohne Eltern in Paris.
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Die Güstrower Freunde Tim Broßmann, Mia Meißner und Lilly Tesky (v.l.) machten Urlaub ohne Eltern in Paris.

Güstrower Schüler erkunden die Welt auf eigene Faust, indem sie zunehmend ohne Eltern in den Urlaub fahren

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08. September 2017, 12:00 Uhr

Gerade jetzt, da die Sommerferien vorbei sind und ein neues Schuljahr beginnt, erinnert man sich gerne an die sechs freien Wochen zurück und berichtet von seinem Urlaub. Oftmals spielen die Eltern keine Rolle, denn immer mehr ältere Schüler verreisen alleine oder mit Freunden. Der Familienurlaub? Offenbar abgeschrieben.

Auch die 17-jährige Mia Meißner verbrachte in diesem Jahr eine Woche in Paris mit drei ihrer Freunde. Die Schülerin des Güstrower John-Brinckman-Gymnasiums freute sich besonders auf die Selbstständigkeit, die sie hierbei unter Beweis stellen konnte. „Eltern haben immer ein Pensum im Kopf und wollen bestimmte Sachen sehen, die einen nicht ganz so interessieren. Ist man aber mit seinen Freunden unterwegs, kann man alles selbst entscheiden und hat viel Freiraum“, sagt die 17-Jährige.


Ohne Volljährigkeit keine Buchung


Wenn solch ein Trip jedoch funktionieren soll, ist die Planung davor entscheidend. Auch das ist der Schülerin nun klar. „Eigentlich wollten wir schon in den Osterferien fliegen. Dann hat die Hotelbuchung nicht funktioniert, weil noch keiner von uns volljährig war. Also mussten wir unseren Urlaub nach hinten verlegen. Mit der Volljährigkeit an unserer Seite hat aber alles super geklappt“, erzählt die Schülerin, die jetzt in der 12. Klasse ist. Ohne die Hilfe eines Reisebüros wurde der Urlaub der Freunde ausführlich geplant und gebucht. „Wir haben den Flug gebucht, das Hotel, dazu noch einen City Pass für Paris und einige Eintrittskarten für Attraktionen. Alles verlief reibungslos, worüber ich sehr glücklich bin. Auch vor Ort hat alles ohne Probleme funktioniert. Oftmals hatte ich sogar das Gefühl, dass wir alleine mehr Plan hatten, als es unsere Eltern haben würden. Zur Not hatte man immer noch das Internet“, erklärt die 17-Jährige mit einem Lächeln auf den Lippen.


Zum ersten Mal ohne Eltern


Gerne erinnert sie sich an die schöne Zeit und hofft auf weitere Urlaube gemeinsam mit ihren Freunden. „Ich war durchgehend bei Leuten, die ich total gerne habe und mit denen sowieso alles mehr Spaß macht. Trotzdem würde ich mich nicht festlegen wollen, ob ich lieber mit meinen Eltern oder mit meinen Freunden in den Urlaub fahre. Das Verreisen ist immer schön“, sagt sie und vertritt damit die gleiche Ansicht wie Carolin Eichler. Die 18-Jährige verreiste diese Sommerferien zum ersten Mal ohne ihre Eltern, aber dafür mit ihrem Freund.

„Es hat natürlich auch seine Vorteile, wenn man alleine verreist. Ich finde es schön, wenn man all das machen kann, was man möchte und einfach sehr unabhängig ist“, sagt die Güstrower Schülerin. „Mit seinen Eltern muss man alles genau absprechen. Das ist schwerer, als wenn man den Urlaub mit seinem Freund verbringt. Aber trotzdem ist es genauso schön.“ Ihre Reise ging ebenfalls ins Ausland, nach Bulgarien. „Bei der Planung zuvor gab es keine Probleme. Wir haben alles zusammen besprochen. Zuerst mussten wir uns auf ein Ziel einigen, das im Budget liegt und uns anschließend für ein Hotel entscheiden“, erzählt sie. Hierbei hat die lange Suche das Reisebüro übernommen und sich um die Flüge gekümmert, worüber Carolin sehr erleichtert ist. „Sollte es Probleme geben, kann sich das Reisebüro darum kümmern. Ich bin froh, dort gebucht zu haben“, sagt die Schülerin.


Unabhängig selbst entscheiden


Für beide Jugendliche erwiesen sich diese Sommerferien also als ganz besondere, die sie nie vergessen werden. Auch sind sich beide einig: der größte Vorteil am Reisen alleine ist definitiv die Unabhängigkeit. Eltern haben eben doch oftmals andere Interessen, die im gemeinsamen Urlaub im Vordergrund stehen. Zudem ist es doch ein ganz anderes Gefühl, die Entscheidungsgewalt selbst zu haben. So erinnert sich Carolin Eichler am liebsten an den Besuch im bulgarischen Megapark, in dem sie gemeinsam mit ihrem Freund die Show von DJ Mike Candys und weiteren Musikern verfolgte. Keine direkte Urlaubsaktivität, die Eltern bevorzugen. Deshalb ein Pluspunkt an den unabhängigen Urlaub, den auch die beiden Schülerinnen immer wieder gerne wiederholen würden.

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