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Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 04:52 Uhr

Wenn der Beruf zur Berufung wird ...

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erstellt am 12.Jan.2011 | 07:17 Uhr

Kobrow | "Wir sind bis Mitte 2012 ausgebucht", sagt Sigrid Mohr. Es gäbe eine Warteliste, aber man habe Eltern auch schon absagen müssen, fügt die Leiterin der Kindertagesstätte in Kobrow hinzu. Mit 60 Kindern sei man ausgebucht. Dabei hatte man gerade durch einen weiteren Ausbau des Dachgeschosses noch ein bisschen mehr Platz schaffen können. Jetzt aber sei man an die Grenzen gekommen, sagt Sigrid Mohr, die seit 40 Jahren einen der schönsten Berufe der Welt ausübt. Der Kindergarten in Kobrow ist für sie ein Ort des Glücks.

"Es gibt nichts Schöneres als ein Kinderlachen", schwärmt die Erzieherin aus Leidenschaft. Immer wieder sei es schön, Kinder aufwachsen zu sehen, zu beobachten, wie sie die Welt um sich herum begreifen lernen. "Die Kinder kommen mit so viel Elan in die Einrichtung. Das steckt einfach an und das hält auch jung", erklärt Sigrid Mohr. Viel Wert lege sie auf eine harmonisches Miteinander. Ganz wichtig ist ihr, dass die Kinder glücklich sind und sich in der Einrichtung wohlfühlen.

Ansteckender Elan sorgt für viele neue Ideen

Sigrid Mohr begann vor fast 40 Jahren als Erzieherin in ihrem Heimatort Liessow. Nach Heirat und Umzug nach Kobrow, wechselte sie in den damals frisch eingerichteten Kindergarten in Kobrow. Stationen waren zwischenzeitlich auch Wozeten und Wardow. Sie habe ihren Beruf immer geliebt, erinnert sich aber auch an eine schwere Zeit. In den 1990er-Jahren habe das Glück auf der Kippe gestanden, als immer weniger Kinder in die Tagesstätte kamen. "Da hatte ich Angst um meinen Arbeitsplatz", gesteht Sigrid Mohr. Mit viel Engagement der damals kleinen Gruppe von drei Erzieherinnen habe man die Durststrecke überwunden.

Im Moment seien es insbesondere die ganz Kleinen, die in die Kita kommen. "Die Mütter müssen beim Arbeitsamt nachweisen, dass die Betreuung der Kinder gesichert ist", erklärt sie. Auf der anderen Seite, und das freut sie besonders, höre sie von Eltern verstärkt, dass diese großen Wert darauf legen, dass ihre Kinder mit Gleichaltrigen zusammen aufwachsen und spielen. "Großfamilien mit vielen Kindern gibt es kaum noch", denkt die 57-Jährige. Deshalb seien die Spielkameraden eher in der Einrichtung zu finden.

Auch wenn Sigrid Mohr sich bereits in der Altersteilzeit befindet und der Eintritt in die Ruhephase zum Ende des nächsten Jahres naht, steckt sie noch voller Ideen. Im Frühjahr soll an der Kita ein Hochbeet angelegt werden. Auch das Holzhäuschen auf dem Hof könnte noch einen offenen Anbau erhalten, damit die Kinder darunter spielen können. Und einen Traum hat sie noch: Wenn die Kita den angrenzenden ehemaligen Schlosspark nutzen könnte, wäre ein Weg mit verschiedenen Klangkörpern denkbar. "Wir wollen uns noch mehr als bisher auf die Naturschiene begeben", erzählt die Kita-Leiterin. Die Einrichtung, bis heute in kommunaler Trägerschaft, sei vor elf Jahren als Öko-Kindergarten zertifiziert worden. Doch die Ansprüche an einen solchen Titel seien heute andere, die man nicht alle erfüllen könne. "Wir wollen den Kindern das Verhältnis von Mensch und Natur näher bringen", berichtet die 57-jährige Mutter von drei Kindern und Großmutter von drei Enkeln. Man wolle noch viel mehr im Freien machen, die fünf Sinne bei den Kindern entwickeln und die vier Elemente - Erde, Wasser, Luft, Feuer - immer wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

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