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Güstrower Anzeiger

26. September 2017 | 20:23 Uhr

Nienhagen : Wenn das ganze Dorf sich trifft…

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

…feiert Nienhagen, Gemeinden Lalendorf, 650 Jahre Ersterwähnung des Ortes.

von
erstellt am 10.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Wenn in Nienhagen zu einer privaten Feier die Nachbarn eingeladen werden, braucht man schon mal ein etwas größeres Zelt. Mit Kaffee und Kuchen wäre die Hausfrau allein ebenfalls überfordert, also steuern viele Frauen aus dem Dorf etwas bei. Und wo trifft man sich? Natürlich am alten Konsum, den es längst nicht mehr gibt, der aber über Jahrzehnte Mittelpunkt der Kommunikation im Dorf war. So geschah es am vergangenen Sonnabend, als man in dem kleinen Dorf unweit der A 19 sich gemeinsam daran erinnerte, dass der Ort vor 650 Jahren erstmals urkundlich erwähnt worden war.


Kommunikationsbank am Konsum


Viel weiß man nicht aus der Geschichte, gesteht Martin Laubner (52). Gemeinsam habe man alte Fotos zusammengetragen, die in einer Endlosschleife zu sehen waren, Erinnerungen weckten und Gespräche anregten – ganz, wie es die Organisatoren sich gedacht hatten. Ein Sägewerk hatte es mal gegeben, eine Kuhstall, der abgebrannt ist, erinnert sich Martin Laubner. „Und dann ist da noch die Bank unter der Kastanie“, sagt Katrin Lange. Die steht noch heute. Dieter Burwitz erinnerte sich am Sonnabend, dass er auf dieser Bank saß, wenn er seine Mutter zum Einkaufen gefahren hatte, und wartete. Auf der Bank hätten insbesondere, wenn Lohntag war, immer Leute gesessen. Klara Katzich – mit 94 Jahren die älteste Einwohnerin von Nienhagen – wohnte bis 1993 im ehemaligen Schulhaus, das den Konsum beherbergte, betreute dort die Eierannahmestelle und zahlte den Lohn an die Mitarbeiter der damaligen LPG Pflanzenproduktion bar aus. Manche Mark ist wohl gleich im Konsum in Nahrung – fest wie flüssig – umgesetzt worden, die dann auf der Bank sitzend verzehrt wurde, weiß Katrin Lange vom Hörensagen. Lisa Melzer (73) und Erdmute Elbracht (67) erinnern sich daran. In Nienhagen habe man immer zusammengehalten. „Wie eine große Familie“, betont Erdmute Elbracht. Wer Hilfe brauchte bekam sie.

Die Zeiten haben sich auch in Nienhagen mit 40 Hausnummern und um die 100 Bewohner geändert. Am Sonnabend aber waren fast alle gekommen und hatten sich viel zu erzählen. „Auch für die Zugezogenen eine gute Gelegenheit die Dorfgemeinschaft kennen zu lernen“, sagt Martin Laubner. Allein für die Laubners brauchte es schon einen langen Tisch, um vielen Familienmitgliedern Platz zu bieten.

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