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Güstrower Anzeiger

16. Dezember 2017 | 02:41 Uhr

Vogelschutz : Wenig Nachwuchs bei Kranichen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Erfassung der Brutplätze und Zählungen an den Schlafplätzen laufen / Hinweise aus der Bevölkerung willkommen

von
erstellt am 11.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Etwa 120 bis 150 Kraniche können gegenwärtig im Bereich Schwiggerow-Striggow-Hoppenrade beobachtet werden. Dort befindet sich ein bedeutender Rast- und Äsungsplatz für die Tiere des Glücks, informiert Guntram Trost. Etwa 200 Brutpaare gibt es in der Region Güstrow. Noch sind nicht alle Daten zusammengetragen, doch der Kreiskoordinator Güstrow in der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz MV vermutet, dass 2014 ein schlechtes Kranichjahr ist. Es mangelt an Nachwuchs.

„Acht Brutpaare am Cossensee haben nur ein flügges Junge“, berichtet Trost. Sehr gut sei dagegen eine Bilanz bei sechs Brutpaaren bei Schwiggerow. Sie brachten es auf sieben flügge Jungtiere. „Zur Erhaltung der Art müsste ein Junges auf zwei Brutpaare kommen. Das ist die Faustregel“, erklärt der Kranich-Fachmann. Gründe für die Probleme beim Nachwuchs, die es schon in den vergangenen Jahren gibt, sind schnell benannt. Der Waschbär, so erscheint es, habe Kranicheier und -küken auf seinen Speiseplan gesetzt. In der Natur frei laufende Hunde würden die Brut ebenso stören wie beispielsweise Quads. „Manche Brutplätze sind in diesem Jahr ausgefallen, weil es im Frühjahr zu trocken war“, erklärt Guntram Trost weiter. Kraniche wählen zum Schutz vor Feinden von Wasser umgebene Brutplätze aus.


Im August zweimal rund 1200 Tiere gezählt


Begonnen hat im August die Zählung von Kranichen an ihren Schlafplätzen. An fünf Plätzen waren einmal 1167 Tiere und an einem zweiten Tag 1227 Tiere gezählt worden, berichtet Guntram Trost. An den Schlafplätzen würden sich jetzt Vögel aus der Region einfinden – in kleineren und größeren Trupps Kranichpaare ohne Bruterfolg und Junggesellen. „Die Familien fliegen einzeln ein“, erzählt der Kreiskoordinator. Dabei habe er sogar ein Paar mit drei Jungen beobachtet, was sehr selten sei.

Weitere sieben Zählungen stehen bis in den Dezember hinein noch auf dem Plan. Dabei wird sich die Zahl der Tiere noch deutlich erhöhen. „Um den 20. September herum kommen die Kraniche aus Skandinavien dann auch zu uns“, sagt Guntram Trost. Um die 500 Tiere dürften dann bis Oktober/November im Bereich Schwiggerow rasten. Dort würden übrigens zwischen September und März auch Tausende Gänse und andere Zugvögel rasten, so dass man schon von einem bedeutenden Vogelrastplatz sprechen könne.


Kraniche fliegen in der Dämmerung ein


Parallel zu den Beobachtungen würde jetzt die Erfassung der Kranich-Brutplätze in der Güstrower Region laufen. Darum kümmern sich Mitglieder der Fachgruppe für Ornithologie und Naturschutz Güstrow im Nabu und des Kranichschutzes Deutschland. Hinweise von Bürgern zu Brutplätze nimmt Guntram Trost gern unter Telefon 0162 9875696 oder per E-Mail Kranich-Guestrow@web.de entgegen. Der Kreiskoordinator freut sich, dass es erst im Frühjahr gelungen war, weitere Helfer zu finden, so seien einige neue Brutplätze bekannt geworden, zum Beispiel bei Ganschow durch die Familien Max aus Badendiek und am Bölkower Burgwall durch Familie Stark aus Bölkow. In der Güstrower Region seien vier bis fünf Schlafplätze bekannt. Der Kreiskoordinator bitte auch um Hinweise zu eventuelle weiteren Ruheplätzen der Kraniche. Die Vögel des Glücks schlafen in flachen Gewässern oder flachen Bereichen auch größerer Gewässer und fliegen diese in der Dämmerung an. Vorher sammeln sie sich auf einer Wiese in der Nähe des Schlafgewässers, erklärt Guntram Trost.




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