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Schloss Güstrow : Wenig beachtet – wieder entdeckt

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ausstellung „Hierzulande“ im Güstrower Schloss zeigt Kunst aus dem Norden der DDR / Gestern Eröffnung mit einer Führung

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Mit einer Führung von Kuratorin Regina Erbentraut, Leiterin des Güstrower Schlosses, wurde gestern Nachmittag die Ausstellung „Hierzulande. Malerei aus dem Norden der DDR“ im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Schlosses eröffnet. Die Schau ist die vierte Station einer 2011 begonnenen Reihe, die angekaufte Kunstwerke aus dem Bestand des Staatlichen Museums Schwerin und des Landes Mecklenburg-Vorpommern zeigt. Nach den Kunstzentren Leipzig, Dresden und Usedom widmet sich die von 24 Künstlern mit zirka 50 Werken bestrittene Ausstellung dem Schaffen von in den ehemaligen Nordbezirken Rostock, Schwerin und Neubrandenburg ansässigen oder zeitweise tätigen Malern. Die stilistische und technische Vielfalt der Künstler dürfte dem Fehlen einer prägenden Kunstakademie in der Region geschuldet sein. So sind in den Werken Einflüsse der großen (ost)deutschen Kunstzentren Leipzig, Dresden, Berlin oder Halle sichtbar. Die Künstler brachten sie mit in den Norden, in den sie sich aus unterschiedlichen Gründen zurückgezogen hatten. Sei es, um die Weite der Landschaft in der Nähe des Meeres zu malen oder das Werk fernab vom Kunsttrubel zu schaffen.

Das freilich hatte auch seinen Preis. „Das Wirken abseits des Kunstbetriebs führte zu einer Marginalisierung in der Wahrnehmung durch die öffentliche Rezeption“, begründete Erbentraut die Existenz einer inzwischen weitgehend unbekannten Malerei, die auch in der Auseinandersetzung mit der Kunst der DDR bislang wenig Beachtung fand.

Dieser Tendenz setzt die aktuelle Ausstellung Öffentlichkeit entgegen und ermöglicht die (Wieder)Entdeckung von namentlich bekannten Künstlern. So des Malers Heinz Dubois, an dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr erinnert wird. Das Kunstmuseum Schwaan würdigte gerade den in Wismar und Schwerin tätigen Maler mit einer Ausstellung. „Er ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten“, stellte Regina Erbentraut fest. Persönliche Ängste spiegelt das in kalten Farben gehaltene Gemälde „Tänzerpaar“ von Harald Döring wider. Es gibt auch eine Begegnung mit dem Güstrower Maler Alexander Hässner. Sein Bild „Parumer Landschaft“ (1980) sei ein Beispiel für die Mal- und Farbkultur des Malers und sein ausgeprägtes Gefühl für eine ganz subtile Ironie, erklärte Erbentraut. Ausgebreitet wird in dem Gemälde eine sattgrüne Landschaft mit einem See. „In der Ferne könnten das Güstrower Schloss und die Zuckerfabrik zu sehen sein“, deutete sie.

Zur bis 31. August datierten Ausstellung wird es weitere Angebote geben, darunter eine „Führung up Platt“ mit Lisa Jürß.



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