Der Heisse Draht : Wenden und zurückfahren erlaubt

Einfahrt auf den Güstrower Markt ist hier verboten. Wer aber von der anderen Seite kommt, darf vor diesem Schild wenden und zurück fahren. Denn das übliche „Gegenstück“ des roten Einfahrt-Verbotsschildes, weißer Pfeil auf blauem Grund, fehlt auf der anderen Seite der Markt-Zufahrt.
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Einfahrt auf den Güstrower Markt ist hier verboten. Wer aber von der anderen Seite kommt, darf vor diesem Schild wenden und zurück fahren. Denn das übliche „Gegenstück“ des roten Einfahrt-Verbotsschildes, weißer Pfeil auf blauem Grund, fehlt auf der anderen Seite der Markt-Zufahrt.

Aus verkehrsrechtlicher Sicht ist die Südseite des Güstrower Marktes keine Einbahnstraße

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13. Januar 2018, 05:00 Uhr

Seit 25 Jahren wohnt Eberhard Schmitt in Güstrow. Zuletzt aber kam bei ihm die Frage auf, ob er sich wirklich heimisch fühlen kann oder soll. Herr Schmitt musste Belehrungen und Beschimpfungen über sich ergehen lassen, will aber partout nicht erkennen, was er denn falsch gemacht haben soll. Es ist ihm Recht zu geben, sei vorweg genommen.

Alle zwei Wochen, so berichtet Eberhard Schmitt, sei ist sein Portmonee leer. Er nimmt das Auto und fährt über die Hageböcker Straße zur Deutschen Bank am Markt – problemlos. Danach steigt er in sein Auto, wendet und fährt über den Grünen Winkel wieder nach Hause. Oftmals funktioniert das recht gut. Immer öfter aber werde er – mal mehr, mal weniger höflich – darauf hingewiesen, dass er eine Einbahnstraße in der falschen Richtung befahren würde. Zuletzt habe ein aus seiner Sicht übereifriger Busfahrer gestoppt, sein Auto blockiert und ihn lautstark auf eine Einbahnstraße aufmerksam gemacht. „Einbahnstraßen sind normalerweise mit dem entsprechenden Schild gekennzeichnet. Dieses fehlt aber in dem besagten Straßenabschnitt“, betont der Güstrower.


Kein Hinweis auf Einbahnstraße

Er habe sich alle Schilder angeschaut und keinen Hinweis auf eine Einbahnstraße gefunden. Aus der Gleviner Straße kommend gibt es ein Schild, das die Einfahrt verbietet, mehr nicht.

„Der Mann hat recht“, bestätigt Stadtsprecherin Karin Bartock. Aus verkehrsrechtlicher Sicht sei es nicht verboten an der Stelle zu wenden und den Markt wieder in Richtung Grüner Winkel zu verlassen, sofern nicht der Poller oben ist und eine Durchfahrt unmöglich macht. Aus der Gleviner Straße und aus der Hollstraße gehe es nicht auf den Markt. Die Beschilderung in der Sache sei eindeutig. Allerdings räumt Bartock ein, dass die beidseitige Befahrung nicht unbedingt geplant war. Vermutlich war niemand auf die Idee gekommen, dass jemand an der Stelle vor der Deutschen Bank wendet und zurückfährt. „Bisher war das als Problem auch noch nie im Rathaus angekommen“, berichtet die Stadtsprecherin und verweist auf die Planungen für die Sanierung des Güstrower Marktes. In dem Zuge werde man neu über die verkehrsrechtlichen Belange an der Stelle nachdenken.

Wenn also das Portmonee von Eberhard Schmitt wieder leer ist, wird er wieder den Weg zu seiner Bank und retour nehmen – und das zurecht.

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