Güstrower Kai Martin Freitag in Reimershagen : Weltrekordler eröffnet Barfußweg

Einen sportlichen Wettkampf hat der Güstrower Kai Martin nach eigener Aussage 'noch nie mit Schuhen bestritten'. Stattdessen schwört der 49-Jährige auch aus gesundheitlichen Gründen auf das Barfußlaufen. Anne Schwartz
Einen sportlichen Wettkampf hat der Güstrower Kai Martin nach eigener Aussage "noch nie mit Schuhen bestritten". Stattdessen schwört der 49-Jährige auch aus gesundheitlichen Gründen auf das Barfußlaufen. Anne Schwartz

Barfuß durch den Schnee. Physiotherapeut Kai Martin aus Güstrow hält den Weltrekord und hat einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Am 1. Juni eröffnet er in den Seewiesen Reimershagen einen Barfußweg.

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30. Mai 2012, 09:56 Uhr

Reimershagen | Fünf Kilometer barfuß durch den Schnee in 23 Minuten und 42 Sekunden im Februar im Alpincenter Wittenburg: Mit dieser eiskalten Anstrengung sicherte sich der Physiotherapeut Kai Martin (49) aus Güstrow den Weltrekord und einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Der Mann läuft auch sonst barfuß, was ihn dazu prädestiniert, am 1. Juni um 14 Uhr in den Seewiesen Reimershagen einen Barfußweg zu eröffnen. Schnee wird zur Einweihung nicht liegen, aber wenn der Barfußweg gut einschlägt, dann ist ihm auch der nächste Winter gewiss. Vorbereitet ist ein drei Kilometer langer Rundweg durch Wasserpfützen, mit einem Schlammstapfweg, mit verschiedenen Hindernissen und Untergründen - alles naturbelassen.

Die Idee hatte Peter Bahrdt, der sich in den vergangenen Monaten mit den Ferienhäusern "Seewiesen" für den Tourismus in der Reimershagener Region stark gemacht hat. Im Bereich "Fünf Bürgern" hat er weiteres vor. Der Idee des Barfußweges liegt der Gedanke zu Grunde, dem Menschen wieder das zurückzugeben, was der Körper im Verlaufe der Zivilisation verlernt hat, zumindestens, wenn er den Rundweg barfuß meistert. Peter Bahrdt: "Der Mensch erdet sich nicht mehr, weil er nur noch auf isolierten Sohlen geht." Damit vergebe er aber z.B. eine Chance, nervliche Störungen zu beseitigen und sich auf andere Art und Weise zu bewegen.

Kai Martin kann das bestätigen. Der Güstrower, der als Physiotherapeut in der Reha-Klinik Garden arbeitet, hat ebenfalls nur die besten Erfahrungen mit dem Barfußgehen gemacht. "Berufsbedingt sehe ich tagtäglich wie deformiert die Füße einiger Patienten sind. Das Hauptproblem ist, dass Schuhe heutzutage so gebaut sind, dass sie eine immer bessere Federung besitzen. Dadurch verschwindet jedoch das natürliche Fußbett, ähnlich wie Muskeln, die nicht gebraucht werden", schildert der 49-Jährige. Laufen kommt für den Güstrower deshalb ausschließlich barfuß in Frage. Sogar den Hamburg- und Rostockmarathon bestritt der Physiotherapeut dabei bereits gänzlich ohne Schuhe. "Ein einziges paar zum Laufen habe ich aber doch im Schrank, ab minus fünf Grad Celsius wird es nämlich kritisch", fügt Kai Martin mit einem Schmunzeln an.

Nicht ohne Grund begrüßt der Güstrower die Entstehung des Barfuß-Rundweges in Reimershagen. "Gerade aus physiotherapeutischer Sicht, finde ich die Entwicklung natürlich toll. Auch meinen Patienten gebe ich es immer wieder mit auf den Weg, die Schuhe auch mal weg zu lassen". Dabei geht es dem 49-Jährigen jedoch keineswegs um sportliche Höchstleistungen, denn vor allem die eigene Gesundheit und Wahrnehmung der Umwelt seien seiner Ansicht nach besonders wichtig. "Begegnet mich barfuß eine Unebenheit, gleicht der Fuß das automatisch aus. Passiert dies jedoch auf Platteauschuhen knickt man sofort um und bricht sich gar etwa", unterstreicht der passionierte Läufer seine Ansicht mit einem praktischen Beispiel.

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