Mädchenorientierungswerkstatt : Weiterer Treff in Nordstadt schließt

dsc_0039
1 von 3

Aus für Mädchenorientierungswerkstatt zum Ende des Jahres / Feste Gruppen wechseln ins Awo-Mehrgenerationenhaus in der Südstadt

Die Mädchenorientierungswerkstatt (Mow) wird ihren 20. Geburtstag im nächsten Frühjahr nicht mehr feiern. Sie schließt zum Jahreswechsel. Damit bricht ein wichtiger Baustein der Jugendsozialarbeit, getragen von der Arbeiterwohlfahrt (Awo), sowie nach dem Aus für das Jugendhaus (vermutlich Mitte 2014) ein weiteres Angebot für junge Leute im Norden Güstrows weg. „Wir wissen, dass es ein harter Einschnitt ist“, sagt Inken Balla. Für feste Gruppen aber gebe es im Mehrgenerationenhaus der Awo in der Südstadt eine Alternative für die Zukunft.


Schließung zugunsten anderer Jugendeinrichtungen


Als man im Frühjahr wusste, dass die Mittel für die Jugendarbeit in Güstrow knapp sind, sei in der Diskussion deutlich geworden, dass man sich ein solch spezielles Angebot wie das der Mädchenorientierungswerkstatt nicht mehr wird leisten können, erklärt die Leiterin des Awo-Familien-, Freizeit-, Lernberatungszentrums. „Es ist keine Einrichtung der offenen Jugendarbeit“, fügt sie hinzu. Viel mehr wurde die Arbeit von Projekten bestimmt. Es treffen sich in der Mow feste Interessengruppen und es gibt die multikulturelle Tanzgruppe „Fiesta“. Zwischen Stadt, Landkreis und Awo als Träger der Mow sei abgesprochen worden, dass die eingesparten Fördermittel (15 000 Euro) der Sicherung der offenen Kinder- und Jugendarbeit (Jugendhaus, „Yellow fun box“, Südstadtklub und Alte Molkerei) dienen sollen. „Wir wollten damit eigentlich das Jugendhaus retten, was nun leider nicht gelungen ist“, betont Balla, die selbst Mitglied im Jugendhilfeausschuss ist. Dieser beschloss jüngst das Konzept der Jugendarbeit 2014-2017 im Landkreis. Wie SVZ berichtete wird das Jugendhaus, das ebenfalls zum Ende des Jahres schließen sollte, nun zunächst bis Mitte 2014 fortgeführt.

Als im gesamten Meinungsbildungsprozess dann selbst die „Yellow fun box“ in Gefahr geriet, habe die Awo als Träger gar nicht mehr anders handeln können und musste auf die Mow verzichten. „Ansonsten wäre in der Südstadt unser Konzept des Mehrgenerationenhauses zusammengebrochen, weil eine Generation gefehlt hätte“, erklärt Balla.

Die festen Gruppen der Mow – die Tanzgruppe, die Schachkinder und die Pianokids – werden in das Konzept der „Yellow fun box“ integriert. Sie treffen sich ab Januar am Platz der Freundschaft. Auch bemühe man sich Teile der Projektarbeit dort zu erhalten. Allerdings würden Jugendliche und Familien mit multikulturellem Hintergrund ihre Anlaufstelle für Freizeitangebote und berufliche Orientierung mit der Mow verlieren, räumt Balla ein. Das aber war der Ansatzpunkt vor mehr als 19 Jahren: Projekte für eine frühzeitige Berufsorientierung für Mädchen, aber auch für Jungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen