Windenergie : Weiterer Protest gegen Windräder aus Linstow

Johannes Herbst liebt es, an der Natur zu sein.
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Johannes Herbst liebt es, an der Natur zu sein.

Teilnehmergemeinschaft im Bodenordnungsverfahren äußert sich / Rund 300 Stellungnahmen im 2. Beteiligungsverfahren

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30. Juli 2015, 06:00 Uhr

Der Protest gegen die mögliche Ausweisung von Eignungsflächen für Windkraftanlagen in Groß Bäbelin und Linstow reißt nicht ab. Jetzt mischt sich auch der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft im Bodenordnungsverfahren (BOV) Linstow mit einer Stellungnahme ein.

„Wir lehnen die Windeignungsgebiete in Groß Bäbelin, Nummer 128, und Linstow, Nummer 105, ab“, formuliert Johannes Herbst, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft knapp. Sinn eines Bodenordnungsverfahren sei es auch, Konflikte auszuräumen. Wobei es dabei eher um Streitigkeiten zu Grundstücksgrenzen geht oder um die Zusammenführung von Grund- und Gebäudeeigentum. Mit Windkrafteignungsgebieten aber würde man einen neuen Konflikt heraufbeschwören, erklärt Herbst. Ziel des BOV sei es eine „komplexe und nachhaltige Entwicklung des Verfahrensgebietes durch Regelung der Eigentumsverhältnisse und Umsetzung investiver Maßnahmen zu ermöglichen“, heißt es in der Stellungnahme. Dabei gehe es auch um eine Lösung von Nutzungskonflikten zwischen Landwirtschaft, Tourismus, Natur- und Denkmalschutz, wird weiter hervorgehoben. Es ginge darum, die Abwanderung zu stoppen oder zumindest zu verringern, den Lebensraum zu entwickeln und zu verbessern. „Die Ausweisung von Windeignungsgebieten gefährdet nachhaltig die Ziele des Verfahrens“, betont Herbst. Insbesondere für den Tourismus sieht die Teilnehmergemeinschaft im BOV Windkraftanlagen in der näheren Umgebung als Wettbewerbsnachteil. Die Bürger der Gemeinden Linstow und der Region hätten sich in den 1990er-Jahren entschieden, eine „einseitige durch intensive Landwirtschaft geprägte Wirtschaftsstruktur aufzugeben“. Favorisiert wurde vielmehr ein nachhaltiger Tourismus im Einklang mit extensiver Landwirtschaft, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Den Eingang der Stellungnahme bestätigt auf SVZ-Nachfrage der Geschäftsführer des Planungsverbandes Region Rostock, Gerd Schäde. Man befinde sich jetzt in der Abwägung zum 2. Beteiligungsverfahren. Wiederum seien in den vergangenen Wochen und Monaten rund 300 Stellungnahmen eingegangen.


Verbandsversammlung am 3. November


In einer ersten Runde habe der Planungsausschuss sich mit ersten Stellungnahmen befasst. Weiter gehe es auf der nächsten Sitzung am 2. September, informiert Schäde. Danach werde die Fortschreibung des Kapitels 6.5 – Energie einschließlich Windenergie – des Raumentwicklungsprogramms der Region Rostock im Oktober auf einer Vorstandssitzung thematisiert. Die nächste Verbandsversammlung soll am 3. November stattfinden.

Wiederum würden sich überwiegend Gegner von Windkraftanlagen zu Wort melden. Es würden aber auch Befürworter von möglichen Eignungsgebieten, die nach dem ersten Beteilungsverfahren aus der Planung herausgenommen wurden, Protest anmelden.


Schnelle Entscheidung unwahrscheinlich


Gegen den Strom schwimmt man u.a. in Wardow, wo Windkraft zumindest von der Gemeinde gewünscht wird. „Hier sind wir noch einmal mit der Bundeswehr in Kontakt, um genau zu klären, was geht und was nicht“, berichtet Schäde. Auch Probleme des Artenschutzes, insbesondere des Vogelschutzes könne man vermutlich bis November nicht abschließend klären. Der Verbandsgeschäftsführer rechnet deshalb nicht mit einer endgültigen Entscheidung auf der nächsten Verbandsversammlung.

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