Bürgermeisterwahl Güstrow : Weitere sieben Jahre für Schuldt

Im Güstrower Rathaus verfolgte Bürgermeister Arne Schuldt gestern Abend die aktuellen Ergebnisse.
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Im Güstrower Rathaus verfolgte Bürgermeister Arne Schuldt gestern Abend die aktuellen Ergebnisse.

Amtsinhaber Arne Schuldt entscheidet Bürgermeisterwahl in Güstrow für sich / Herausforderer Kevin Sell schneidet unerwartet gut ab

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24. September 2017, 23:00 Uhr

Arne Schuldt ist bereits länger Güstrower Bürgermeister als Angela Merkel Kanzlerin der Bundesrepublik ist. Seit 14 Jahren sitzt er im Güstrower Rathaus fest im Sattel. Und so wird es auch die nächsten sieben Jahre bleiben. Ohne die Unterstützung einer Partei siegte der 58-Jährige bei der gestrigen Bürgermeisterwahl in der Barlachstadt und gewann nach Auszählung von 17 der 18 Stimmbezirke mit 73,3 Prozent gegen seinen einzigen Herausforderer, den ebenfalls parteilosen Kevin Sell. Doch der schnitt mit 26,7 Prozent unerwartet gut ab. Der 28-Jährige, der nicht wirklich damit gerechnet hatte, ins Güstrower Rathaus einzuziehen, freute sich gestern Abend trotz seiner Niederlage. „Das ist doch super. Das Ergebnis ist großartig für mich“, so sein erster Kommentar. „Es zeigt, dass jeder vierte mit dem Bürgermeister nicht einverstanden ist.“ Die Wahlbeteiligung lag bei 64,9 Prozent.


Bürgermeister zeigt sich überrascht


Im Güstrower Rathaus verfolgte Bürgermeister Schuldt mit seiner Familie die aktuellen Stände der Wahl. Auch er zeigte sich überrascht von dem guten Abschneiden Kevin Sells. „Wenn man 14 Jahre arbeitet, schafft man sich nicht nur Freunde“, so Schuldt. Jetzt gelte es das Wahlergebnis zu analysieren. Er selbst habe im Vorfeld eine eigene Prognose aufgestellt und sei von 85 Prozent für sich und 15 Prozent für Sell ausgegangenen, sagte Schuldt gestern Abend. „Ich habe nicht erwartet, dass er so viele Stimmen bekommt. Das muss man mit einer gewissen Unzufriedenheit darüber erklären, was in den vergangenen 14 Jahren passiert ist“, sagte der 58-Jährige. Viele junge Leute hätten bei der Bürgermeisterwahl abgestimmt. „Schon ab 16 Jahren konnte man teilnehmen. Sell ist 28 Jahre alt und ich bin fast 60 Jahre. Ich kann mir vorstellen, dass die jüngere Generation auch einen jüngeren Bürgermeister haben will“, so Schuldt.

Dennoch freute sich Schuldt über ein seiner Meinung „sehr gutes Ergebnis“. Auch wenn er einschränkte: „Wenn man länger im Amt ist, steigt auch die Zahl der Kritiker.“ Kevin Sell gibt das Ergebnis Auftrieb. „Ich werde mich weiter für Güstrow engagieren und auch bei der nächsten Kommunalwahl wieder für die Stadtvertretung kandidieren“, sagte er. Bei der letzten Kommunalwahl konnte Kevin Sell lediglich 83 von 25 356 gültigen Stimmen erringen.

Bürgermeisterkandidat Kevin Sell hatte sich in einem müden Wahlkampf in Güstrow als „Alternative zum Status quo“ präsentiert. Bürgermeister Arne Schuldt hatte auf seinen „Bonus als Amtsinhaber“ gesetzt und auf seine „kontinuierliche Politik“ für die Stadt verwiesen.

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