Asylsuchende : Weitere Notunterkunft eingerichtet

Bei Daniela Hett und Sylvia Matthies (v.l.) laufen die Fäden für die Unterbringung der Flüchtlinge in der Fachhochschule zusammen. Vor der jüngst eingerichteten Notunterkunft genießen sie den neuerlichen Trubel auf dem Güstrower Campus. Fotos: Caroline WeiSSert
1 von 2
Bei Daniela Hett und Sylvia Matthies (v.l.) laufen die Fäden für die Unterbringung der Flüchtlinge in der Fachhochschule zusammen. Vor der jüngst eingerichteten Notunterkunft genießen sie den neuerlichen Trubel auf dem Güstrower Campus. Fotos: Caroline WeiSSert

Fachhochschule stellt sich der Herausforderung: Seit Freitagnacht sind 138 Flüchtlinge in einem der Wohnheime untergebracht

von
30. September 2015, 06:00 Uhr

Emotional war der Moment, als Sylvia Matthies und Daniela Hett den Flüchtlingskindern – das jüngste von ihnen ist gerade einmal zwei Monate alt – ihr erstes Spielzeug nach Monaten der Flucht überreichen durften. Beide Frauen arbeiten an der Güstrower Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege, wo seit Freitagnacht nun insgesamt 138 Asylsuchende – Männer, Frauen und Kinder zumeist aus Syrien – untergebracht sind. Eine neue Notunterkunft des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

„Wir haben uns für die Fachhochschule als Standort entschieden, weil es sich einerseits um eine Liegenschaft des Landes handelt und auf diese Weise keine Verhandlungen mit privaten Eigentümern notwendig waren. Andererseits war das Wohnheim bereits bezugsfertig, denn geeignetes Mobiliar zu beschaffen wird zunehmend schwieriger“, erläutert Marion Schlender, Pressesprecherin des Innenministeriums, die Entscheidung für die Unterbringung.

Eine Entscheidung die Direktorin Marion Rauchert sehr gut verstehen kann: „Wir sind ein Teil der Landesverwaltung und da geht uns die Unterbringung der Flüchtlinge ebenfalls etwas an. Es ist selbstverständlich und wichtig, dass wir unseren Beitrag zur Willkommenskultur leisten.“ Zudem seien interkulturelle Kompetenz auch ein Teil des Lehrplans und ein wichtiger Baustein der Ausbildung. „Mit der aktuellen Situation ist das jetzt Realität und so kann das Gelernte in der Praxis umgesetzt werden“, freut sich Marion Rauchert über die neuerliche Bereicherung.

Schon die wenigen Tage des Miteinanders hätten ausgereicht ein internationales Flair auf dem Campus zu erreichen. Dabei sei es auch wichtig aufeinander zuzugehen. „Wir haben natürlich auch überlegt, ob beispielsweise die Uniformpflicht unserer Polizeischüler eine Barriere schaffen könnte – immerhin haben viele Flüchtlinge negative Erfahrungen mit Uniformen“, erklärt die Fachhochschuldirektorin und fügt hinzu: „Wir haben uns aber entschieden aktiv auf die Flüchtlinge zuzugehen und die Ausbildung hier zu erklären – das ist doch viel authentischer“, so Rauchert.

Wie lange die Flüchtlinge, die bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung in Horst registriert wurden, in der Fachhochschule bleiben werden ist bislang offen. Doch bis dahin seien Mitarbeiter und Hochschulleitung bemüht ihnen einen angenehmen Start in ihr neues Leben in Deutschland zu bereiten. „Die Flüchtlinge sind sehr höflich und freundlich, spielen Fußball auf dem Campus – das ist wirklich schön zu sehen“, schildert Sylvia Matthies, die für die Logistik und somit auch für das Wohnheim der Flüchtlinge verantwortlich ist, ihre ersten Eindrücke.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen