Lohmen : Weiter Fisch von Fischer Geibrasch

Das Foto symbolisiert das Fortbestehen der Fischerei Geibrasch in Lohmen: Die Söhne Frank (l.) und Tom ziehen mit Vater Wolfgang an einem Aal, sprich Strang.
Das Foto symbolisiert das Fortbestehen der Fischerei Geibrasch in Lohmen: Die Söhne Frank (l.) und Tom ziehen mit Vater Wolfgang an einem Aal, sprich Strang.

Die Söhne Frank und Tom Geibrasch führen Lohmener Fischerei ihres Vaters Wolfgang in der siebenten Generation weiter.

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12. Juni 2018, 05:00 Uhr

Fisch von Geibrasch in Lohmen wird es weiter geben. Inzwischen ist es drei Jahre her, dass die Söhne Frank und Tom Geibrasch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründeten und damit ihren Vater, Wolfgang Geibrasch, damal 63 Jahre alt, an der Spitze des Familienbetriebes ablösten. „Es ist für mich eine große Freude, dass die Fischerei weiter geführt wird. Das geht beileibe nicht allen Kollegen so“, fiel dem heute 66-Jährigen ein Stein vom Herzen als ihm seine Söhne die Entscheidung mitteilten. Der jüngere Sohn Tom (28) brauchte zwar eine längere Zeit ehe der Entschluss feststand, Fischer zu lernen und den Meisterbrief zu erwerben. Aber das ist längst der Überzeugung gewichen, das Richtige getan zu haben. „Entscheidend für mich war, mit meiner Arbeit direkt für die Familie zu arbeiten und immer an der frischen Luft zu sein“, erklärt er seinen Schritt.

Ganz anders sein älterer Bruder, Frank Geibrasch. „Ich bin als Knirps mit meinem Opa zum Fischen rausgefahren. Schon in der 4. Klasse war für mich klar, Fischer zu werden. Da wollte ich schon mit der Schule aufhören“, erzählt der Fischermeister lachend. Ernster fügt er hinzu: „Es lag uns am Herzen, was wir gelernt haben, in unserem Familienbetrieb zu realisieren. Außerdem setzen wir in siebenter Generation die Familientradition fort.“

Die beiden Söhne ließen sich auch nicht davon abhalten, obwohl mit einer Fischerei nicht das große Geld zu verdienen ist (O-Ton Tom Geibrasch: „Geld ist aber nicht alles!“). Sie schreckten auch nicht vor der Arbeit zurück. Wolfgang Geibrasch, ein gelernte Hochseefischer und Fischereimeister: „Wir haben einen Beruf, der keine Fünf-Tage-Arbeitswoche und keinen geregelten Arbeitstag kennt. Trotzdem stehen wir dazu, denn das haben wir gelernt und das können wir.“

Die Söhne können auf eine erfolgreich seit der Wende betriebene Fischerei ihres Vaters aufbauen. Die Selbstständigkeit begann für Wolfgang Geibrasch in der Wendezeit. Am Tag der Währungsunion, am 1. Juli 1990, gründete er, der bis dahin im VEB Binnenfischerei Schwerin gearbeitet hatte, die Fischerei Geibrasch am Lohmener See.

Der damals 38-Jährige ließ sich von der Euphorie, „etwas allein machen zu wollen“ antreiben. „Aber auch wie meine Söhne jetzt war es die Familientradition, die ich damit wieder beleben konnte, denn mein Vater war selbstständiger Fischer und musste in den 1950er-Jahren in die volkseigene Binnenfischerei gehen.“ Was er in Lohmen übernahm, war allerdings mehr oder weniger Schrott. „Alles war zerschlissen, die Boote, die Netze, das Rohrdach war defekt“, erinnert er sich an einen schwierigen Anfang. Aber Wolfgang Geibrasch packte es nach und nach, auch dank seiner Frau, die als Kindergärtnerin und Leiterin der Lohmener Kita jeden Monat einen festen Geldbetrag mit nach Hause brachte.

Langsam, aber sicher stabilisierte sich das Geschäft. „Abnehmer für unseren Fisch waren und sind vor allem die Gaststätten“, erzählt Wolfgang Geibrasch. 1996 stieg Sohn Frank ins Geschäft ein, Tom folgte zehn Jahre später. Mit drei Männern, um im Bilde zu bleiben, im Boot pachtete Wolfgang Geibrasch zu den sieben Gewässern, die er hatte, noch den Damerower und den Goldberger See dazu. „Damit ist die Fischerei Geibrasch gut für die Zukunft aufgestellt“, betonen die beiden Firmennachfolger und der Senior, der nun mehr Zeit für Reisen mit seiner Frau hat, aber auch jederzeit gern mit einem Tipp aushilft.



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