SVZ-Serie : Weißes Band in Langhagen durchschnitten

Hans-Georg Tack
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Hans-Georg Tack

SVZ-Serie: 30 Jahre elektrischer Eisenbahnbetrieb in und um Rostock / Teil 4: Jubelnder Empfang in Rostock auf Bahnsteig 8

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31. August 2015, 06:00 Uhr

Am 18. Mai 1985 wurde der elektrische Zugbetrieb von Berlin nach Rostock aufgenommen (SVZ berichtete). Bis dahin war es jedoch ein langer, zeitweilig „steiniger“ Weg, in dessen Verlauf die Region rings um Güstrow einbezogen war. Hans-Georg Tack lässt in einer kleinen Serie die wichtigsten Etappen und Ereignisse auf dem Weg zur durchgängigen Elektrifizierung der Bahnstrecken Rostock-Güstrow-Waren und Rostock-Laage-Waren Revue passieren.

Nach 99 Jahren seines Bestehens erreicht auch Rostock der elektrische Eisenbahnbetrieb. Lange hatte man im Norden auf den Anschluss der Stadt an das E-Netz der Deutschen Reichsbahn gewartet. Am 18. Mai 1985 war es so weit.

Um 10.22 Uhr sollte der Sonderzug D 21120 aus Berlin-Lichtenberg in Rostock eintreffen. In Langhagen wurde um 9.25 Uhr in feierlicher Form das weiße Band für den letzten Abschnitt über Güstrow nach Rostock durchschnitten. Mit einem Halt in Güstrow von 9.50 bis 9.55 Uhr, wo auch ein kurzes Meeting stattfand, traf der Sonderzug in Rostock ein. Gezogen wurde er von einer Lok der Baureihe 243. Jubelnder Empfang auf Bahnsteig 8, ein kurzer Treff mit Dankesworten des Ministers für Verkehrswesen, Otto Arndt. Im laufenden Fünf-Jahr-Plan wurde der 750. Kilometer elektrischer Strecke in Rostock vollendet. Dazu wurde an einem Fahrleitungsmast auf Bahnsteig 8 eine Gedenktafel angebracht und auf die historische Stunde hingewiesen (leider ist diese Tafel inzwischen entwendet worden).

Der Zug bekam als Vorspannlok eine Lok der Baureihe 232, um nach Warnemünde weiterzufahren, da dorthin noch kein Fahrstrom vorhanden war. Um 10.44 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Ziel war Lütten Klein, Ankunft um 10.55 Uhr. Hier stiegen alle Teilnehmer aus. Es waren vor allem Bauarbeiter und Eisenbahner aus den Bereichen Langhagen, Güstrow und Rostock, die an der Elektrifizierung mitgearbeitet haben. Die Besten erhielten Auszeichnungen. Um 17 Uhr fuhr vom Bahnhof Lütten Klein der Sonderzug als 21121 wieder in Richtung Berlin-Lichtenberg ab. Nun konnte der elektrische Zugverkehr im Reiseverkehr über Berlin bis in das Mitteldeutsche Netz aufgenommen werden. Der Güterverkehr vom Seehafen sollte Ende 1985 folgen. Die Bauarbeiten für die zweite Abfahrstrecke über Bützow–Bad Kleinen–Wittenberge liefen ebenfalls, dazu zählte auch der Neubau der großen Elbbrücke in Wittenberge.

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