Pakete über Pakete : „Weihnachtsstarkverkehr“ bei der Post

Postzustellerin Ines Jarosch belädt ihren Wagen für ihre Tour über Land.
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Postzustellerin Ines Jarosch belädt ihren Wagen für ihre Tour über Land.

Zum Fest verdoppelt sich die Sendungsmenge. Sind es sonst durchschnittlich 1000 Pakete pro Tag, können es aktuell bis zu 2000 sein – und das allein in Güstrow. „Weihnachtsstarkverkehr“ nennen das die Postler.

svz.de von
17. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Frank Baethke ist voll im Weihnachtsstress. Früh am Morgen steht der Postbote für das Güstrower Stadtzentrum im Zustellstützpunkt der Deutschen Post in der Neukruger Straße und stapelt Pakete. Große, kleine, bunt verpackte oder sperrige – Weihnachten ist für die Post die Zeit mit der höchsten Arbeitsbelastung im Jahr. Zum Fest verdoppelt sich die Sendungsmenge. Sind es sonst durchschnittlich 1000 Pakete pro Tag, können es aktuell bis zu 2000 sein – und das allein in Güstrow. „Weihnachtsstarkverkehr“ nennen das die Postler. Doch Frank Baethke lächelt, während er den mit Paketen vollen Gitterwagen zu seinem Postauto schiebt. „Na klar ist Weihnachten stressig, aber es macht mir auch großen Spaß. Die Kunden freuen sich, wenn ich ihnen ihre Weihnachtspakete bringe“, sagt Baethke, der seit 1992 in Güstrow in der Paketzustellung arbeitet. Gerade zu Weihnachten bekommt der Postbote auch immer wieder Süßigkeiten oder was Selbstgebasteltes von seinen Kunden im Stadtzentrum geschenkt.

Vier zusätzliche Kräfte hat Carsten Bohm, Leiter des Zustellstützpunktes Güstrow, für die Weihnachtszeit eingestellt. 27 Leute sortieren hier jetzt jeden Morgen Briefe, stapeln Pakete, beladen ihre Autos und schwärmen dann in die Region aus. „Schon im Sommer beginnt die Planung für Weihnachten, Personal muss besorgt und zusätzliche Autos müssen angemietet werden“, sagt der 46-Jährige. „Weihnachten ist immer eine große Herausforderung. Es ist anstrengend, aber wir sind gut aufgestellt und haben erfahrene Kräfte, die mit Herzblut dabei sind“, sagt Bohm.

Im Mittelpunkt steht das Paketgeschäft – und jährlich wird es mehr. Der Paketversand nimmt republikweit jedes Jahr um zehn Prozent zu. Ursache ist der boomende Online-Handel, erklärt Bohm. Das Bestellvolumen über das Internet sei immens. „Das entwickelt sich rasant weiter“, sagt der Leiter des Güstrower Zustellstützpunktes. Und er weiß auch: „Nach Weihnachten ist vor Weihnachten.“ Mitte Januar wird es wieder hohe Sendungsmengen geben. Denn dann werde kräftig umgetauscht oder die Leute lösen ihre Weihnachtsgutscheine ein.


Kleine Geschenke und Schwatz über Gartenzaun


Wie Frank Baethke, dem zu Weihnachten immer mal wieder ein Schokoladenweihnachtsmann zugesteckt wird, geht es vielen Postboten. „Gerade auf dem Land kennen sich Postbote und Kunden teilweise seit Jahren. Da gibt es den Schwatz über den Gartenzaun noch und eben auch kleine Geschenke. Die Akzeptanz unserer Postboten ist sehr hoch“, freut sich Carsten Bohm, der selbst seit 24 Jahren bei der Post arbeitet. Seit mehr als 30 Jahren ist hingegen Monika Schleidgen schon bei der Post. „Ich kenne meine Kunden fast schon mit Lebenslauf“, sagt die Güstrowerin. In der Südstadt und in Bauhof ist sie mit ihrem Postauto unterwegs. Das Weihnachtsgeschäft kennt sie seit Jahren. Der Mehraufwand kann sie nicht mehr schocken. „Weihnachten ist sehr viel Stress. Aber das gehört einfach dazu“, sagt Monika Schleidgen.

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