Heilig-Geist-Kirche Güstrow : Weihnachtsgeschichte mit zweifacher Maria

Auftritt in der Heilig-Geist-Kirche Güstrow: Susanne Clasen (Maria I), Friedemann Preuß (Erzähler), Erik Pfotenhauer (Josef) und Susanne Grüschow (Maria II, v. l.) sind die Darsteller im Marienspiel.  Fotos: Christian Menzel
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Auftritt in der Heilig-Geist-Kirche Güstrow: Susanne Clasen (Maria I), Friedemann Preuß (Erzähler), Erik Pfotenhauer (Josef) und Susanne Grüschow (Maria II, v. l.) sind die Darsteller im Marienspiel. Fotos: Christian Menzel

„Miniaturtheater Kirchen-Spiel“ führte im Güstrower Krippenmuseum Marienspiel auf

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13. Januar 2016, 06:00 Uhr

Zur inzwischen traditionellen Veranstaltung um Epiphanias führte das „Miniaturtheater Kirchen-Spiel“ im Norddeutschen Krippenmuseum in der Güstrower Heilig-Geist-Kirche sein Marienspiel auf. Seit 2012 gibt es diese Spielgemeinschaft mit Akteuren aus der Bützower Region. Anlass für die Gründung war damals, einen kirchlichen Höhepunkt während des Klosterfestes in Rhün zu schaffen. Inzwischen ist das Miniaturtheater aufgetreten u. a. in Sanitz, Rehna, Bützow, Teterow und am Reformationstag 2015 in der Güstrower Pfarrkirche mit dem Stück „Es ist schwer dich zu lieben“, einem Zwiegespräch zwischen Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora.

Verfasserin der Texte, Dramaturgin und Regisseurin in Personalunion ist die ehemalige Deutschlehrerin Kristina Handke. „Ich halte viel von dem Theologen und Philosophen Friedrich Schleiermacher, wonach Religion und Kunst verwandte Seelen sind. Mir geht es darum, religiöse Sachverhalte in literarischen Texten darzustellen“, sagt sie.
Im Marienspiel konzentriert sich das Geschehen auf Maria, die im Stück von Susanne Clasen und Susanne Grüschow gespielt wird. „Indem wir der Maria zwei Stimmen geben, legen wir auch ihren Zwiespalt offen. Auf der einen Seite ist sie die Mutter des Erlösers, auf der anderen Seite ein Mensch mit Zweifeln und Ängsten“, erläutert Susanne Clasen, die eine Ausbildung zur Biologie- und Religionslehrerin absolviert.

Josef greift erst zum Schluss in das Spiel ein. Während sich die Gespräche der Frauen um das Kind drehen, sieht Joseph dessen Weg nach Golgatha und ans Kreuz schon vorgezeichnet. Als eine Art höhere Instanz erzählt der ehemalige Pastor Friedemann Preuß die Geschehnisse am Heiligen Abend.

Gern hätten die Akteure das Marienspiel in Güstrow um die Weihnachtszeit aufgeführt. Aber da gab es auch wegen des ZDF-Gottesdienstes keinen freien Termin in der Heilig-Geist-Kapelle. Im Krippenmuseum aber dürfte das Marienspiel zu allen Zeiten an der richtigen Stelle sein.
Parallel zu den Auftritten probt das kleine Ensemble an einem neuen Stück, das am 8. Mai während des Rühner Klosterfestes aufgeführt wird. Das Luther-Stück, von dem das Miniaturtheater sogar zwei Varianten erarbeitet hat, dürfte vor allem 2017, zum 500. Jubiläum der Reformation, viel gefragt sein.

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