Gedanken zum Weihnachtsfest : Weihnachten tun wir Dinge, die wir sonst nicht tun!

Das Gotteskind kommt  aus dem Himmel auf die Erde, wird Mensch unter Menschen.
Das Gotteskind kommt aus dem Himmel auf die Erde, wird Mensch unter Menschen.

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23. Dezember 2013, 22:00 Uhr

„...da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, auf das er sich schätzen ließe mit Maria seiner Frau, die war schwanger.“

So werden wir es heute am Heiligen Abend wieder in den Kirchen aus der Geburtsgeschichte Jesu hören. Und wir werden die alten Lieder singen: „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“ und das Weihnachtsfest wird uns an die Seele gehen, Erinnerungen werden wach und Sehnsüchte nehmen sich Raum. Und doch, täuschen wir uns nicht, Weihnachten ist vor allem eins, eine Provokation – im Sinne des Wortes, denn es bedeutet: Herausforderung, herausgerufen werden.

Herausgerufen werden Josef und seine Verlobte Maria aus ihrer vertrauten Heimat Nazareth. Sie müssen auf die Straße, hin nach Bethlehem, einem Örtchen in der Nähe Jerusalems. Vordergründig, weil der Kaiser es so will. Er will seine Leute gezählt wissen, damit alle für die Steuer erfasst werden. Es geschieht aber tiefgründig, damit die Absicht Gottes zum Ziel kommt, dass das Gotteskind dort geboren wird, wo er es vorgesehen hat – die Macht der Menschen, sie ist eine geborgte und relative.

Herausgerufen, provoziert, werden auch die Hirten auf dem Feld. Licht vom Himmel macht ihre Dunkelheit hell, Engel als Boten sagen ihnen von der Geburt des Kindes. Sie können es glauben oder nicht. Sich auf den Weg machen oder bleiben. Sie gehen los, wollen es sehen – oder vielleicht überprüfen. Und finden das himmlische Gerede bestätigt. Ihr Herz wird ihnen von dem, was sie sehen voll und sie werden selbst zu Boten von der Geburt.

Und schließlich Jesus, das Gotteskind selbst, wird herausgerufen aus dem Himmel, kommt auf die Erde, wird Mensch unter Menschen. Kann lieben und lachen, zornig werden und muss leiden und sterben. Nichts vom menschlichen Leben ist ihm fremd und bleibt ihm erspart. Gott will es so. In diesem Kind ist Gott bei uns, macht er unsere Sache zu der seinen. Ist er solidarisch und nahe bei und weist dann in diesem Jesus über unser Leben hinaus, doch das wird sich erst später, in Jesu Leiden, Sterben und seiner Auferstehung zeigen.

Und auch wir lassen uns durch diese Geschichte, dieses Fest, provozieren. Wir tun Dinge, die wir sonst nicht tun: Machen Geschenke, verausgaben uns füreinander. Nehmen lange Wege auf uns, um zueinander zu kommen, beieinander zu sein. Singen alte Lieder in kalten Kirchen und lauschen den Sehnsüchten in uns. Und es ist gut, dass wir dies so tun. Ist dies doch alles ein Abglanz von dem, was in diesem Kind für uns getan wird. Denn auch wir müssen manchen Weg gehen, der uns schwer wird und den wir nicht wollen – Gott geht ihn mit. Auch um uns ist es manchmal stockdunkel – Gott ist bei uns. In den Freuden, aber besonders in den Zeiten des Leidens dürfen wir seit der Geburt dieses Kindes wissen, Gott ist mit uns solidarisch. Ist das kein Grund zum Feiern und zum Freuen, zum Freude bereiten und Dinge zu tun, die ungewöhnlich sind? Lassen Sie sich davon nicht abbringen.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

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