Stahlhof Güstrow : Wasserblick statt Industriebrache

Entlang der Nebel sind im neuen Wohnquartier verschiedene Plätze zum Verweilen und zum Erleben des Flusslaufs geplant.
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Entlang der Nebel sind im neuen Wohnquartier verschiedene Plätze zum Verweilen und zum Erleben des Flusslaufs geplant.

Auf Stahlhofgelände in Güstrow soll neues innerstädtisches Quartier als „grüne Oase“ entstehen

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24. September 2015, 07:30 Uhr

Eine „grüne Oase“ mit Wassergrundstücken mitten in Güstrow – Das ist der Plan der Wagner Planungsgesellschaft für die langjährige Industriebrache Stahlhof. Mit ihrem Vorschlag eines innerstädtischen Quartiers ergatterte das Planungs- und Architektenbüro aus Rostock den 1. Preis beim von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb zur Reaktivierung des brach liegenden Geländes zwischen Eisenbahn- und Bleicherstraße. Insgesamt vier Planungsbüros hatten ihre Vorschläge eingereicht, hinzu kamen vier studentische Arbeiten. Für den 1. Preis bekommt Architekt Peter Wagner jetzt 15 000 Euro Honorar. Die Stadtvertreter bestätigten auf ihrer jüngsten Sitzung dieses Ergebnis.

Die Arbeit des 1. Preisträgers soll jetzt der künftigen Bebauungsplanung für das Stahlhofgelände zu Grunde gelegt werden. „Es wird natürlich nicht ganz genauso aussehen, wie wir es geplant haben, aber man wird sich daran orientieren“, sagt Peter Wagner gegenüber unserer Zeitung. Er bezeichnet den Entwurf als „modernes innerstädtisches Wohnen mit Park und Wasser“. Und das ist auch die Grundidee: Der angrenzende Rosengarten wird integriert. Die Wohnbebauung öffnet sich zum Park und zum Wasser hin. Im Quartier selbst sind einzelne Kanäle geplant, angelehnt an das gerade in Rostock entstehende neue Petriviertel. „Die Anlage von Wassergräben soll die Anbindung an den Rosengarten zusätzlich unterstreichen“, sagt Wagner. Auch ein Wasserspielplatz ist angedacht. Zudem soll es verschiedene Plätze zum Verweilen und zum Erleben des Flusslaufs geben. „Wasser ist genug vorhanden“, sagt der Architekt. Für die Dachflächen der Wohnhäuser ist darüber hinaus eine Begrünung vorgesehen.

Insgesamt sieht der Entwurf rund 93 Wohnungen unterschiedlicher Größe vor, aufgeteilt in Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser und Villen. „Wir haben klein parzelliert, damit wir flexibel sind. Die Grundstücke können kleinteilig auch besser veräußert werden“, sagt Wagner. In der Baulücke an der Eisenbahnstraße ist neben dem Kino ein Parkhaus für die Allgemeinheit vorgesehen. Hier ist im Erdgeschoss auch Einzelhandel eingeplant. Der ist jedoch, damit er nicht in Konkurrenz zum Einzelhandel in der Innenstadt tritt, begrenzt. Das war eine Vorgabe der Ausschreibung. Ebenfalls integriert ist das ehemalige Reichsbahngebäude in der Eisenbahnstraße. Das solle saniert werden, um hier Dienstleistungen und Büros unterzubringen, erläutert Wagner. 20 Büroeinheiten sind geplant.

Unterdessen gehen die Abrissarbeiten auf dem Stahlhofgelände sichtbar voran. Das einzige verbliebene, zum Abbruch vorgesehen Gebäude auf dem Gelände ist noch der Plattenbau. Hier erfolgt gerade die Schadstoffsanierung, informiert Bürgermeister Arne Schuldt. Der Abriss könne voraussichtlich Anfang Oktober erfolgen. „Aus naturschutzrechtlicher Sicht bestehen keine Bedenken zum Abbruch des Plattenbaus“, sagt er.  

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