Tag des Wassers : Wasser als Lebensraum und Lebensmittel

Stadtwerke-Geschäftsführer Edgar Föniger (l.) und der stellvertretende  Landrat  Wolfgang Kraatz diskutierten gestern im Güstrower „Heizhaus “ mit.
Stadtwerke-Geschäftsführer Edgar Föniger (l.) und der stellvertretende Landrat Wolfgang Kraatz diskutierten gestern im Güstrower „Heizhaus “ mit.

Heute Welttag des Wassers / Konferenz zu wasserwirtschaftlichen Themen in Güstrow

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22. März 2014, 06:00 Uhr

„Wir haben sehr anspruchsvolle Aufgaben im Bereich der Wasserwirtschaft zu bewältigen vor dem Hintergrund einiger neuen EU-Richtlinien“, sagte gestern Ute Hennings, Abteilungsleiterin Wasser und Boden des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV. Sie sprach das Grußwort zur Gesprächsrunde anlässlich des heutigen Welttages des Wassers, zu dem gestern das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu) eine Gesprächsrunde im Güstrower Heizhaus organisierte. Mehrere Wasserwirtschaftsexperten saßen hier an einem Tisch. Diesmal lautete das Motto „Wasser und Energie“, von daher übernahmen die Stadtwerke Güstrow als verantwortlicher Energie- und Wasserversorger der Barlachstadt die Gastgeberrolle.

Ein Beispiel, von Ute Hennings genannt, betrifft den ökologischen Zustand der Gewässer. Laut Wasserrahmenrichtlinie der EU soll dieser gute Zustand bis 2015 erreicht werden. „Das schaffen wir aber nicht“, so die Abteilungsleiterin. Von daher müsse man von der Verlängerungsoption Gebrauch machen, bis 2021 oder 2027. Gründe dafür seien zum einen die fehlende Flächenverfügbarkeit, die man für ein naturnahes Gewässer benötige, und zudem „galoppierende Grundstückspreise“. Waren es noch vor etwa 15 Jahren lediglich bis zu 4000 Euro je Hektar, müsse man jetzt bis zu 15 000 Euro pro Hektar rechnen. Ein zweiter Grund sei die Finanzierung. Oftmals seien die Gemeinden ausbaupflichtig und könnten nicht ihren Eigenanteil von zehn Prozent zahlen.

Aber es sei viel in den vergangenen Jahren passiert. „Allein in der Abwasserbeseitigung sind etwa 2,5 Milliarden Euro eingesetzt worden“, ließ sie wissen. Ute Hennings rechnet damit, dass noch einmal die Hälfte davon notwendig sein wird in den nächsten Jahren. Auch die Umrüstung der Kleinkläranlagen sei in den vergangenen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Arbeit gewesen.


Chemische Reinigung: Sanierung beendet


Ein weiteres interessantes Thema für Güstrow brachte Lutz Klingbeil vom Stalu in die Runde ein. Er berichtete über den erfolgten Abschluss der Sanierung der ehemaligen chemischen Reinigung, von 2000 bis 2013 hatte diese Sanierung des Grundwassers gedauert. 14,4 Tonnen reiner Schadstoff wurde über diesen Zeitraum aus dem Grundwasser gezogen. Dieses Beispiel zeigt aber auch, wie lange eine über Jahre dauernde Verunreinigung des Grundwassers nach sich zieht. Nebel und der Energiegraben als wichtige Oberflächengewässer für die Region seien aber relativ frei von Schadstoffen. „Es gibt keine relevanten Schadstoffausträge, die messbar sind und zu Problemen oder Gefahren führen könnten“, so Lutz Klingbeil.

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