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Güstrower Anzeiger

26. September 2017 | 11:20 Uhr

Tierschutz : Was wurde eigentlich aus Chico?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Erinnern Sie sich noch an Chico? Den Fundhund, den sein Vorbesitzer einschläfern wollte – wir berichten, wie es ihm heute geht.

von
erstellt am 03.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Erinnern Sie sich noch an Chico? Rückblick: Kurz vor Ostern 2016 entdeckten Urlauber aus dem fernen Frankfurt am Main den kleinen Mischlingshund in Alt Sammit – abgemagert, von Parasiten befallen und mit schmerzenden Zähnen. Der Tierschutzverein Güstrow hatte sich dem sieben bis zehn Jahre alten Rüden damals angenommen und ihn wieder aufgepeppelt. Die Mitglieder des Vereins tauften den kleinen Kerl, der bei Ziehmutter Jasmin Pophal zunächst ein Zuhause bekam, Chico. Für Wirbel sorgte schließlich der vermeintliche Vorbesitzer, der sich auf den SVZ-Beitrag hin beim Tierschutzverein meldete, um Chico zurückzuholen und ihn schließlich einschläfern zu lassen. Für die Tierschützer keine akzeptable Option. Stattdessen suchten sie weiter nach einem passenden Herrchen und wurden fündig.


Ein neues Zuhause in Berlin


Bei Joachim König aus Berlin hat Chico inzwischen ein schönes Heim gefunden. Der Rentner hatte mit Schäferhund-Colli-Mix Arko und Dackel-Spitz-Mischling Idifix bereits Erfahrungen gesammelt und somit die besten Voraussetzungen als neues Herrchen für Chico. Hund Idifix musste aufgrund eines Hirntumors und zahlreicher epileptischer Anfälle schon mit acht Jahren eingeschläfert werden. Ein schwerer Schlag für Joachim König, der selbst gesundheitlich schwer angeschlagen ist. „Zu den Krankheiten an Herz, Lunge, Niere und Rücken kamen nun auch noch Depressionen“, erklärt Schwiegersohn Norman Krey und fügt hinzu: „Die behandelnde Hausärztin gab ihm zwei Optionen: Antidepressiva oder ein neuer Hund.“

Daraufhin sei die Familie in verschiedenen Berliner Tierheimen gewesen – doch die meisten Hunde seien zu groß, zu stürmisch oder zu krank gewesen, beschreibt Norman Krey das Erlebte. Im Herbst 2016 stießen sie schließlich auf die Facebook-Seite des Güstrower Tierschutzvereins. „Die Rückmeldung war positiv und Anfang November konnte Chico dann mit nach Hause, nach Berlin genommen werden“, erinnert sich Norman Krey. Warum sich Joachim König gerade für Chico entschieden hat, sei ganz einfach: „Er ist nicht mehr gut zu Fuß, darum sollte es ein älterer Hund sein, einer, der nicht so an der Leine zieht“, erklärt der Schwiegersohn weiter. Außerdem habe Chico Ähnlichkeit mit Idifix und Arko – ein weiterer Pluspunkt für den quirligen Mischling, der sich sogar mit der elfjährigen Katze Schira gut versteht, obwohl sie ein paar Mal gefaucht habe und Chico zeigen wollte, wer der Boss im Hause König sei.

„Chico hat sein Leben insofern bereichert, dass er sich wieder um etwas kümmern kann. Katzen kommen bekanntlich gut alleine zu recht und sind nicht unbedingt so anhänglich wie Hunde – Chico ist sehr anhänglich“, beschreibt Norman Krey, der versucht Chico und sein Herrchen nach Kräften zu unterstützen, das Zusammenleben der beiden. Außerdem sei Joachim König gezwungen sich mehr zu bewegen, was seiner Gesundheit gut tut.


Spendensammlung für nötige Operation


Anfang Juni 2017 sei es Chico jedoch sehr schlecht gegangen. Tagelang habe er wenig bis gar nicht gefressen, habe sich übergeben. Grund hierfür sei ein Loch im Kiefer, dass operativ geschlossen werden muss, damit es sich nicht erneut entzündet. Auch habe Chico auffällige Herzgeräusche und einen Schmerzpunkt am Hüftgelenk, berichtet Norman Krey. Neben der Kiefer-Operation werden weitere Untersuchungen des Herzens sowie Röntgen und Computertomographie zur weiteren Abklärung notwendig sein. Für Rentner Joachim König allein unerschwinglich. Darum hat sein Schwiegersohn nun eine Spendensammlung im Internet gestartet, um die anstehenden Kosten in Höhe von rund 600 Euro aufbringen zu können. Nun hofft die Familie auf viele Unterstützer. Informationen finden Sie unter www.Facebook.com/FundhundChico/.

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