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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 18:38 Uhr

Güstrow : Was wird aus dem Säuglingsheim?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtvertreter kritisieren unhaltbaren Dauerzustand und fordern endlich Sanierung der Goldberger Straße 8-9.

von
erstellt am 25.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Ehemaliges Säuglingsheim und Kinderheim, zwei exponierte Liegenschaften in der Goldberger Straße von Güstrow – seit Jahrzehnten schon rottet eines davon vor sich hin, das andere ist seit Jahren ebenfalls vernagelt und ungenutzt. Selbst in der Flüchtlingskrise Ende 2015, als alle Welt in Deutschland händeringend Unterkünfte für die Menschen gesucht hat, ließ das Land Mecklenburg-Vorpommern seine eigene Immobilie weiter unbeachtet. Und kürzlich erst klagte die landeseigene, nebenliegende Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege über Kapazitäts-Engstellen; im Herbst würden deshalb Container aufgestellt werden. Die Objekte Goldberger Straße 8 und 9 stehen jedoch weiter leer, Perspektive unbekannt.

Bei Güstrower Stadtvertretern stößt das auf völliges Unverständnis. Gemeinsam fordern CDU- und SPD-Fraktion, dass sich der Zustand zum Guten wendet. Adressat ihres Antrages, den sie am Donnerstag zur Stadtvertretersitzung einbringen, ist Arne Schuldt. Der Bürgermeister soll sich mit den zuständigen Ministerien sowie dem nachgeordneten Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) ins Benehmen setzen und „nachhaltig dafür werben, dass die Liegenschaften Goldberger Straße 8-9 für die Weiterentwicklung des Campus der Fachhochschule genutzt und zeitnah entsprechend saniert werden“. Für eine optimale Gestaltung sollte, so die Antragsteller, Heiko Karmoll (CDU) und Hartmut Reimann (SPD), gemeinsam mit der Fachhochschule ein Ideenwettbewerb ausgerufen werden.

Und für den Fall, dass die FH so rein gar nichts mit den Objekten anzufangen weiß, solle der Eigentümer, also das Land, die Liegenschaften eben anderweitig nutzen. Auf jeden Fall soll endlich der Leerstand beendet werden, so Karmoll und Reimann unisono.

Ob die Initiative etwas bringt? Grundsätzlich, so lässt der BBL hören, investiere das Land die ihm zur Verfügung stehenden Steuergelder aus dem Landeshaushalt nur dann, wenn ein dauerhafter Bedarf an einer Immobilie besteht. Solch ein Ausbau müsse zunächst sinnvoll sein, zugleich aber auch wirtschaftlich. Dies sei beim Säuglingsheim im Zusammenhang mit der Fachhochschule geprüft worden. Konkrete Aussage zur Zukunft der Goldberger Straße 8-9? „Es liegt kein anerkannter Raumbedarf vor.“ Heißt Stand heute: Es bleibt, wie es ist.

Der Güstrower Burkhard Krause wohnt im Goldberger Viertel, kennt die Situation aber auch als Leiter des kreislichen Amtes für Straßenbau und Verkehr und kritisiert den Zustand seit langem. Er fordert „verbindliche Reaktionen“ der beteiligten Behörden, und „den Bürgern der Stadt Güstrow endlich mal die Zukunft des Standortes zu erklären“. Krause spannt die Gedanken sogar noch weiter: „In diesem Zusammenhang sollte auch die Möglichkeit der Beparkung des Hochschulgeländes angesprochen werden. Das Goldberger Viertel als Wohngebiet und hier besonders die in die Goldberger Straße einmündenden Straßen werden täglich von den Hochschulverkehren durchfahren und zugeparkt.“

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