ASB : Was ist los bei den Samaritern?

In der Geschäftsstelle  des ASB-Ortsverbandes gab es Personalwechsel.
Foto:
1 von 1
In der Geschäftsstelle des ASB-Ortsverbandes gab es Personalwechsel.

Traditionsreicher ASB-Ortsverein Güstrow vor drohender Insolvenz bewahrt / Fusion mit Kreisverband Schwerin-Parchim angestrebt

von
13. November 2014, 06:00 Uhr

In eine bedrohliche Lage manövrierte sich der Güstrower Ortsverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Schon öfter kam es in den vergangenen Jahren vor, dass Partner des Vereins die Bezahlung ihrer Rechnungen anmahnen mussten. Kürzlich trudelten bei verschiedenen Gläubigern gar Stundungsvereinbarungen ein – mit Zahlungsaufschub bis Oktober 2015, zinslos. Da das „Unternehmen ASB-Verein“ der Geschäftsführung offenbar über den Kopf gewachsen ist, hat der Vorstand zur Reißleine gegriffen. Dem ersten ostdeutschen ASB-Ortsverband nach der Wende – eingetragen im Vereinsregister beim Kreisgericht Güstrow am 11. April 1990 mit der Nummer 1 – drohte das Aus.

Nach einem Hilfeersuchen beim Landesverband vermittelte der den Kreisverband Schwerin-Parchim als Partner. Dessen Geschäftsführer, Martin Siegert, berief der Güstrower Vorstand in gleicher Funktion auch in die Barlachstadt. „Ich habe gleich alles Notwendige veranlasst, damit alles wieder auf die Reihe kommt“, sagt Martin Siegert. Eine Fusion der Vereine bis Ende des nächsten Jahres werde vorbereitet. Siegert: „Solch einen traditionsreichen Verein wollten wir auf keinen Fall hängen lassen.“ Siegert bestätigt, dass sein verdienstvoller Vorgänger, Gründungsmitglied Jürgen Wangerin, ebenso wie dessen Ehefrau Sybille krank geschrieben sind. An Stelle der Leiterin des Pflegeheimes, die zugleich Geschäftsstellenmitarbeiterin war, habe er mit Frank Wiesener aus Rostock für Ersatz gesorgt. Ebenso wie das Heim in der Güstrower Weinbergstraße sollen auch die beiden Kindertagesstätten, der Fahrdienst sowie der Rettungsdienst in Laage im Bestand des ASB verbleiben, versichert der neue Geschäftsführer. Die insgesamt 80 Mitarbeiter sollen alle ihre Arbeitsplätze behalten. Auf Nachfrage bejaht Siegert: Das gelte auch über die geplante Fusion hinaus. Wie konkret der Zusammenschluss von Schwerin-Parchim mit Güstrow vonstatten gehen wird, z.B. welchen Namen der neue Verein bekommen soll, das sei dagegen noch in der Diskussion.

Allen Gläubigern sichert Siegert jedenfalls Sicherheit zu. Besagte Stundungsvereinbarungen habe man angestrengt, „um Zeit zu gewinnen und nicht einen Berg von Rechnungen vor uns zu haben“. Siegert: „Wir haben mit allen gesprochen. Wer gesagt hat, dass er sein Geld sofort haben will, konnte es auch bekommen. Allen anderen garantiere ich die Zahlungen laut Vereinbarung.“ Mit dem Kreisverband Schwerin-Parchim hätten die Güstrower jetzt einen liquiden Partner an der Seite.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen