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Laufsport : Was Großes auf die Beine gestellt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Leichtathletik: 7. Krakower Mittsommernachtslauf wieder voller Erfolg

„Drei Freiwillige Feuerwehren im Einsatz“, das ist eine Meldung, die man eigentlich lieber nicht in seiner Zeitung lesen möchte, denn in den meisten Fällen muss dann von nichts Gutem berichtet werden. Ganz anders aber war das bei dem Einsatz der Kameraden aus Krakow am See, Charlottenthal und Kuchelmiß am Sonnabend. Beim 7. Krakower Mittsommernachtslauf über 30 Kilometer waren sie mit Polizei und DRK verantwortlich für die Streckenabsicherung und damit nur ein Baustein von ganz vielen weiteren, die zum guten Gelingen der Veranstaltung beitrugen und bewiesen, wie in einer kleinen Stadt und ihrem Umland Großes erreicht werden kann, wenn man zusammensteht.

Als fast alle Sportler im Ziel sind und die Anspannung schon etwas gewichen ist, sprudelt es aus Ilka Boomgarden-Kühl, der Cheforganisatorin von der Tourismus GmbH des Luftkurortes, nur so heraus: „Schon die Vorbereitung war ein Erlebnis! Wen man auch ansprach, alle wollten bei dem sportlichen Ereignis helfen. Es ist unmöglich alle Helfer und Sponsoren in und um Krakow aufzuzählen. Viele Unternehmen und Gewerbetreibende unterstützten den Lauf. Fast alle Vereine waren dabei: ob nun die schmucken Mädchen des Karnevalvereins, die den erschöpften aber glücklichen Zieleinläufern die wohlverdienten Medaillen umhängten oder die Mitglieder des Rudervereins, die den letzten Verpflegungspunkt an der Strecke beim Hüdenhus an der Seepromenade betreuten.“ Auch die Leiterin der Tourismus GmbH, Silvia Meyer, bestätigte: „Dafür haben sich alle Mühen gelohnt!“

Sportlich gab es wie schon im Vorjahr einen Rostocker Sieg. Carsten Tautorat vom Team City-Sport der Hansestadt, 14 Tage zuvor Zweitplatzierter des Inselseelaufes, hatte sich schon frühzeitig gemeinsam mit Dirk Gebhardt aus dem nordrhein-westfälischen Brühl aus einer größeren Spitzengruppe abgesetzt. Bis etwa Kilometer 20 liefen die beiden gemeinsam, doch dann, auf den berüchtigten Sandwegen am „Grünen Jäger“, wurden dem Gast vom Rhein die Beine schwer und er verlor Meter um Meter und Sekunde um Sekunde. Am Ende siegte Tautorat in ausgezeichneten 1:55:04 Stunden deutlich vor Gebhardt. Der verfehlte die besondere 2-Stunden-Marke, die angibt, dass man für jeden Kilometer nur 4 Minuten oder weniger benötigte, um ganze 13 Sekunden. Rang drei belegte wie schon im vergangenen Jahr Jörg Schulze vom ESV Wittenberge.

Schnellster Läufer der Region war Chris Weise (2:09:33h) aus Plaaz auf Rang 6. Lokalmatador Jörg Glasenapp (2:12:49 h) aus Groß Grabow belegte den 9. Platz. Erster der recht rar angetretenen Güstrower Laufgemeinde – ganze acht Aktive aus der Kreisstadt weist die Ergebnisliste aus – war nach 2:15:22h Jörg Raddatz.

Unmittelbar danach kam schon die schnellste Frau ins Ziel. Für die Hamburgerin Britta Giesen ist Mecklenburg offensichtlich ein ausgezeichnetes Pflaster. Im Vorjahr gewann die 42-Jährige schon bei der Rostocker Marathonnacht, und bei der Müritzumrundung über 75 Kilometer (!) stellte sie einen neuen Streckenrekord auf. Beim Lauf rund um den Krakower See gelang ihr nun Gleiches. Mit 2:16:06 Stunden war sie um über drei Minuten schneller als die Berlinerin Maria Rosenberg Dias vor vier Jahren und konnte dafür einen Sonderpreis entgegennehmen. Die beiden weiteren Treppchenplätze gingen nach Brandenburg. Die Kleinmachnowerin Krissy Barduhn (2:22:22 h) belegte den 2. Platz vor Gabi Mathes (2:33:15 h) aus Heiligengrabe. Stefanie Holzmüller vom SC Laage war nach 3:00:37 Stunden schnellste Läuferin der Region.

Die stimmungsvolle Siegerehrung im Schein der aufgestellten Fackeln fand in der Halbzeitpause des WM-Spiels Deutschland – Ghana statt. Denn auch daran hatten die umsichtigen Organisatoren natürlich gedacht: Ab 21 Uhr war „Rudelgucken“ auf der Großbildleinwand im Zelt angesagt.

Auf die Frage, wie es nun mit dem Krakower Mittsommernachtslauf weitergehen soll, antwortet Ilka Boomgarden-Kühl: „Um dieses sportliche Ereignis für Krakow auszubauen, müssen wir auf jeden Fall die überregionale Werbung noch verbessern. Um auch den nicht ganz so ambitionierten Läufern eine Mitmachmöglichkeit zu bieten, werden wir eine kürzere Strecke ins Programm aufnehmen. Und dann lässt sich sicher auch organisatorisch an der einen oder anderen Stelle etwas verändern. Schließlich ist nichts so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte.“



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