zur Navigation springen

Kirchensanierung : Warten auf Fliesen für Altarraum

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Recknitzer Kirche derzeit nicht nutzbar / Nächstes großes Vorhaben ist eine neue Ausmalung des Innenraumes

In Geduld üben sich die Christen aus Recknitz und den umliegenden Dörfern und ihr Pastor Thomas Kretschmann. Ostern konnten sie nicht in dem Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert feiern. Der Fußboden des Altarraumes wird erneuert. Damit wäre wieder ein Stück auf dem langen Weg der Sanierung geschafft. Doch lassen die Fließen auf sich warten.

„Ein Großteil der alten Fliesen war im Guten nicht herauszubekommen“, erklärt Kretschmann. Industriesteine, davon überzeugte man sich, passen einfach nicht in den Altarraum. Also müssen Fliesen nach dem alten Vorbild angefertigt werden. „Das dauert bis zu zwölf Wochen“, sagt der Pastor. Bis dahin müsse man sich gedulden. Notwendig wurden die Arbeiten, weil sich der Fußboden deutlich abgesenkt hatte. Man habe eine Schachtung machen lassen, aber nichts Dramatisches gefunden, berichtet Kretschmann. Eine Gruft sei zu vermuten, aber nicht bewiesen.


Marienaltar soll 2015 zurückkehren


Derweil die Arbeiten ruhen, hat die Christophorus-Kirchengemeinde Laage bereits ihr Augenmerk auf den nächsten Schritt gelegt. Eigentlich, so Kretschmann, sei das Dach an der Reihe. Das sei nach einer Sanierung zu DDR-Zeiten aber nicht so schlecht, so dass man mit Zustimmung der Denkmalpflege die Innenausmalung angehen wolle. Neben der Tatsache, dass Staub und Ruß aus vielen Jahrzehnten – in der Kirche wurden einst Öfen beheizt – die Wände schwärzten, gibt es einen weiteren Grund, sich dem Innenraum zu widmen. „Der Marienaltar ist wieder fertig und soll im nächsten Jahr zurückkommen“, erzählt Kretschmann. Studenten der Kunsthochschule Dresden machten sich in den vergangenen Jahren daran zu schaffen. Seither hängt an der Wand in Recknitz ein Foto. „In vielen Kunstführern sind die Recknitzer Kirche und der Marienaltar erwähnt“, erklärt Kretschmann. Deshalb wollte man ihn auch in dieser Zeit zeigen. Der Altar ist schon etwas Besonderes, verschwanden doch viele in den Zeit nach der Reformation vor fast 500 Jahren. In Recknitz bekam der Altar einen Platz unter dem riesigen Orgelprospekt. Weil er dort nicht nicht ganz hin passte, war ein Flügel einfach eingekürzt worden. „Der Flügel wird wieder ergänzt, bleibt aber leer“, berichtet der Pastor und fragt sich, ob wohl mancher enttäuscht sein wird, wenn der Marienaltar im nächsten Jahr in den renovierten Innenraum zurückkehrt. Er werde nicht in altem Glanz erstrahlen, sei konserviert, nicht restauriert worden, erklärt Kretschmann. Bereits entschieden sei, dass vor dem Marienaltar an einer Seitenwand das Gestühl weggenommen werde, so dass dort ein Andachtsort entstehen könne.


Kirchengemeinde sucht Marke für Recknitz


Zuvor aber müsse die Finanzierung der Innenausmalung gesichert werden. Da Recknitz keine Patronatskirche ist, stehen keine staatlichen Gelder zur Verfügung. Die Kirchengemeinde hat Anträge geschrieben und hofft auf Unterstützung u.a. durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, berichtet Kretschmann. Und weil sich Investitionen in die Recknitzer Kirche nicht nur für die Gläubigen vor Ort auszahlen sollen, denkt man in der Christophorus-Kirchengemeinde derzeit über eine Marke für Recknitz nach. Beispiele würden die Hörspielkirche in Federow oder die Fahrradkirche Pantlitz liefern. „Wir wollen nichts kopieren, sondern etwas Eigenes finden“, sagt Pastor Kretschmann und verweist auf eine weitere Baustelle im Gotteshaus. Der Südanbau wird derzeit als Winterkirche und Gemeinderaum hergerichtet. Das Pfarrhaus in Recknitz sei verkauft, erklärt Kretschmann. Dort soll am Mittwoch, 30. April, ab 17 Uhr Pfarrhaus-Abschied gefeiert werden.

Ach ja, bei der Innenrenovierung, die die neugotische Fassung auffrischen wird, soll auch der barocke Orgelprospekt – nach dem in der Basedower Kirche wohl der bedeutendste im Land – optisch aufgewertet werden.. An eine Sanierung der Orgel, die seit Jahren schweigt, sei noch nicht zu denken. Das würde ein Millionen-Projekt werden.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen